Unser dritter Tag in Bangkok. Heute geht’s nach Ayutthaya, der alten Hauptstadt Siams, wie das frühere Thailand noch hieß.

Die Fahrt nach Ayutthaya

Bangkok von oben
Moin Bangkok!

Nachdem wir vom Hotel aus per Fähre den Chao Praya überquerten, suchten wir uns gleich erst mal ein Transportmittel zum Bahnhof. Es hat nicht lange gedauert, bis wir ein TukTuk gefunden haben (oder hat es UNS eher gefunden?). OK, kurz also den Preis zum Bahnhof verhandelt und direkt eingestiegen. Nach einigen Minuten Fahrt fing der Fahrer plötzlich an etwas auf Englisch zu murmeln, was keiner so richtig verstanden hat. Heraushören konnte ich nur das Wort „Suits“. Hilfe!!! Bitte bring uns nicht zum Schneider! OK, dumm stellen, so tun, als ob wir nix verstehen, freundlich zulächeln und ihn einfach weiterfahren lassen. Das hat auch erst mal ganz gut funktioniert, bis er anscheinend etwas genervt einen krassen U-Turn machte und uns an der nächsten Straße indirekt bat das Fahrzeug zu verlassen: „I have no time, I have no time.“ Was es mit „Suits“ und Schneidern auf sich hat, berichten wir ein anderes Mal. Aber wahrscheinlich kennt das jeder, der in Bangkok noch ganz jungfräulich in Touristengebieten mal in ein TukTuk gestiegen ist…

Das nächste TukTuk brachte uns dann schließlich zum Bahnhof. Am Eingang fing uns dann eine junge Frau, mit der wir kurz über unsere Pläne geschnackt haben, ab. Sie gab uns den Tipp statt des Zuges einfach ein Taxi für den ganzen Tag zu nehmen und rief uns anschließend auch eins. Klimatisiertes Taxi und ein persönlicher Chauffeur, der sich auskennt. Klingt nicht schlecht. Und das für umgerechnet nur 60 Euro (macht das mal in Deutschland! Wir hätten ja auch bis nach Kambodscha fahren können). Für Tagestouren allgemein in Thailand sehr zu empfehlen. Auch für Ayutthaya, da die Tempel alle doch etwas weit auseinander liegen (oder man mietet sich Bikes).

Die ersten 20 Minuten mit Mr. Jomron, unserem Fahrer, waren nicht besonders aufregend. Um nicht einzuschlafen, fragten wir nach Musik. Er nickte und legte auch gleich seine Lieblings CD ein – und drehte VOLL auf! Alter! Das Genre war etwa eine Mischung aus traditioneller Thai-Musik, Pop und Hip-Hop. Crazy! Und der „Sänger“ hat (im Takt) alle paar Minuten ganz laut ins Mikrofon reingelacht: „HA HA HA, HA HA!!!“

Ayutthaya

In einen Baum eingewachsener Buddhakopf (im Tempel Wat Mahathat)
In einen Baum eingewachsener Buddhakopf (im Tempel Wat Mahathat)

So verlief dann der Rest der Fahrt, bis wir schließlich in Ayutthaya ankamen. Die erste Station war Wat Yai Chai Mongkhon, der noch außerhalb der alten Stadtmauern liegt und wo wir einige Zeit verbrachten. Viele der Tempel in Ayutthaya sind wegen eines Burmesischen Feldzuges 1767 mittlerweile Ruinen oder stark beschädigt. Aber dennoch schön und faszinierend. Anschließend ging es zurück zum Taxi, wo Mr. Jomron auf uns wartete und wir fuhren zum nächsten Wat (=Tempel/Tempelanlage)…

„HA HA HA, HA HA!!!!!“

So ging es dann weiter von „Wat“ zu „Wat“ im Historical Park der Stadt (die CD war dann irgendwann aus und er hat zum Glück nicht auf Repeat gedrückt!). Nach einigen Tempeln haben wir dann beschlossen, die Tour abzubrechen und uns zurück nach Bangkok fahren zu lassen. Dabei haben wir nur einen Bruchteil der ganzen Anlagen und Tempel gesehen und hätten hier locker noch einige weitere Stunden verbringen können! Aber die Zeit war leider zu knapp, denn wir wollten noch zum Hindutempel in Bangkok…

Chedis im Wat Yai Chai Mongkhon
Chedis im Wat Yai Chai Mongkhon
Wat Yai Chai Mongkhon
Der Buddha vor dem großen Chedi
Buddhaschrein im Wat Yai Chai Mongkhon
Buddhaschrein im Wat Yai Chai Mongkhon
Wat Yai Chai Mongkhon
Eine Gruppe Kinder war heute auch dabei
Garten und Hauptchedi des Wat Yai Chai Mongkhon
Garten und Hauptchedi des Wat Yai Chai Mongkhon
Wat Ratchaburana
Wat Ratchaburana
Ayutthaya
Ein weiterer „Wat“
Einer der 3 Chedis des Wat Phra Si Sanphet
Einer der 3 Chedis des Wat Phra Si Sanphet

Ich hole die Karte raus und frage: „Can you bring us to this place? Sri… Maha… Mariamman?“
„What?!“
„Here! Hindu temple.“
„Ahhhhh! India temple!!! Yes, I bring you India temple!“

Hindutempel „Sri Maha Mariamman“

Hier waren wir also. Ein bisschen fertig vom Tag ging es zunächst mal ins nächste 7 Eleven (das direkt neben dem „India Temple“ liegt), um sich ein paar hochdosierte 150ml Red Bull Flaschen zu besorgen. Die Thailändische Version (von der übrigens das hier bekannte Red Bull stammt) verleiht nicht nur Flügel, sondern auch gleich ganze Turbinen!

Sri Maha Mariamman
Sri Maha Mariamman (die Baustelle im Hintergrund gehört nicht dazu)
Gopuram (Eingangsturm) des Sri Maha Mariamman
Gopuram (Eingangsturm) des Sri Maha Mariamman
Bangkok
In den Straßen Bangkoks

Am Eingangsturm des Wat Khaek, wie die Thailänder diesen Ort nennen, werden wir angesprochen und uns wird klargemacht, dass man drinnen keine Fotos machen darf. Einverstanden. In Inneren des Tempels kommt uns auch gleich schon ein Duft von Räucherstäbchen entgegen, der im gesamten Innenhof sehr intensiv ist. Gleichzeitig hörte man die ganze Zeit über ein Mantra, das rezitiert wurde und absolut ins Ohr ging. Faszinierend! Touristen sind hier kaum unterwegs. Wir machen eine Runde durch den Tempel, vorbei an Statuen und Abbildungen vieler Hindu-Götter wie Ganesha, Vishnu, Kali, etc. Aber auch Abbildungen des Buddha waren zu sehen. Wer sich in Bangkok mal etwas anderes als Buddhistische Tempel ansehen möchte, für den ist dieser Ort sehr zu empfehlen. Auf dem Spaziergang entlang der Silom Road zurück zum Pier (und vorbei am Lebua Hotel) hörten wir immer noch das Mantra in unseren Köpfen…

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