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Uluwatu, die oft zu Unrecht vergessene Südspitze Balis auf der Bukit-Halbinsel, bezaubert mit rauem Charme. Schroffe Klippen, hohe Wellen, sonnenverbrannte Vegetation und lange, gewundene Küstenstraßen ergeben ein stimmungsvolles Bild, das in seinen Erdtönen an griechische Inseln erinnert. Bali-Reisende vergessen oft, dieses Kleinod im Süden „mitzunehmen“, da außer dem eindrucksvollen Pura Uluwatu keine offensichtlichen Sehenswürdigkeiten in den klassischen Reiseführern stehen.

Klippen am Pura Luhur Uluwatu in Bali
Klippen am Pura Luhur Uluwatu

Die Blogger- und Instagram-Szene hat das pittoreske Potenzial des bergigen Küstengebiets bereits entdeckt und es finden sich langsam, aber sicher immer mehr Touristen ein, die den eingefleischten Surfern, die schon lange Uluwatu als eine der besten Surfdestinationen der Welt loben, Konkurrenz machen.

Uluwatu Bali – Strände, Sehenswürdigkeiten und Must-Dos

Wir empfehlen dir, Uluwatu jetzt noch zu entdecken – bevor die großen Busse mit Tagestouren, die bereits in Ubud und dem touristischen Bermudadreieck Kuta-Legian-Seminyak balinesische Idylle stören, anrollen und den entspannten, von lokaler Kultur geprägten Vibe zerstören.

Noch unentschlossen? Hier haben wir dir 10 Gründe zusammengestellt, die dir die Entscheidung, nach Uluwatu zu fahren, noch leichter machen werden.


Anreise nach Uluwatu

Den Flughafen Denpasar auf Bali erreichst du mit vielen internationalen und lokalen Fluggesellschaften. Einen ersten Überblick kannst du dir auf Skyscanner oder Momondo verschaffen.

In die Region Uluwatu kommst du am Besten mit einem Fahrer, oder, wenn du furchtlos und selbstbewusst bist, mit einem Roller, den du dir sogar easy am Flughafen mieten kannst. Eine Fahrt vom Flughafen aus sollte ca. 90 Minuten dauern. Dabei geht es vom Flughafen über Jimbaran/Kuta Selatan auf die Bukit Halbinsel. Bevor es an die Küste geht, kommst du am Garuda Wisnu Kencana Park vorbei (siehe Punkt 9).

Uluwatu: Touren und Tickets


1. Die Sonnenuntergänge sind zum Dahinschmelzen

In Uluwatu gibt es Sonnenuntergänge, die selbst das berühmte Farbenspiel am abendlichen Kuta Beach bei Weitem überholen. Vor allem, weil du die Möglichkeit hast, sie dir von einer eindrucksvollen Steilklippe aus anzusehen, was den ganzen Effekt nochmal ordentlich verstärkt. Nimm dir ein kaltes Bintang von einem der kleinen Essensstände und lasse dich vom wunderschönen Himmel bezaubern.

Sonnenuntergang am Balangan Beach in Uluwatu, Bali
Sonnenuntergang am Balangan Beach

2. Die Strände

Nimm dir die Zeit, einen Sonnenschutz und einen Roller, schmeiße Google Maps an und besuche die (größtenteils) touristisch unverdorbenen Strände Uluwatus. Der Bingin Beach ist im Moment der heiße Tipp unter den Travellern. Diesen erreichst du allerdings nur, wenn du bereit bist, 180 steile Stufen runter – und am Ende wieder rauf – zu klettern, was in dem wüstenartigen Klima von Uluwatu auch gerne mal ein paar Literchen Schweiß kosten kann. Belohnt wirst du mit herrlich türkisfarbenem Wasser und verhältnismäßig wenig Touristen. Der Dreamland Beach ist etwas leichter zu erreichen und bietet eine schöne Schwimmmöglichkeit, ist aber auch etwas belebter.

Bingin Beach mit Aussicht auf den nördlichen Teil Balis
Bingin Beach mit Aussicht auf den nördlichen Teil Balis
Balangan Beach und Klippen, Bali
Balangan Beach
Dreamland Beach in Uluwatu, Bali
Dreamland Beach

3. Tempel

Bali hat unzählige Tempelanlagen – doch nur 6 davon gehören zu den Haupttempeln, die das Gleichgewicht zwischen menschlichem Treiben und göttlicher Zuwendung auf der Insel sicherstellen. Einer dieser sehr heiligen Orte im balinesischen Hinduismus ist Pura Luhur Uluwatu. Die komplexe Tempelanlage hoch auf den Klippen über dem Meer ist nicht nur spirituell und architektonisch beeindruckend, auch ihre Bewohner – unzählige Affen – gehören zum Charme des Ortes. Diese Affen stehlen gerne Kameras, Schmuck oder Wasserflaschen von Besuchern: Passe also sehr gut auf deine Sachen auf.

Tempeltor im Pura Luhur Uluwatu, Bali
Tempeltor im Pura Luhur Uluwatu
Klippen am Pura Luhur Uluwatu in Bali
Klippen am Pura Luhur Uluwatu

4. Der Kecak-Tanz

Fast jeden Abend um 18.00 Uhr findet in einem Seitenflügel des Uluwatu Tempels der Kecak-Tanz statt. Eigentlich handelt es sich um ein Trance-Ritual, das auf dem Ramayana-Mythos basiert, einem der ältesten Texte des Hinduismus. Du kannst eine Menge nur bis zur Hüfte bekleidete Männer erwarten, die rhythmisch tanzen und singen – eine magische Erfahrung zum Sonnenuntergang, die du auf keinen Fall verpassen solltest.

Der Pura Luhur Uluwatu von oben während der Kecak Zeremonie (Drohnenaufnahme)
Der Pura Uluwatu von oben während der Kecak Zeremonie

5. Wenig Verkehr

Keinen Bock mehr auf die überfüllten Straßen in Kuta und Seminyak? Ab nach Uluwatu! Die gewundenen Küstenstraßen hast du oft für dich alleine oder teilst sie mit nur wenigen anderen Verkehrsteilnehmern. Gerade deswegen fühlen sich Balinesen wie Touristen inspiriert, etwas schneller zu fahren. Also sei trotzdem vorsichtig und trage einen Helm, der bei deiner Rollermiete natürlich inklusive sein sollte.

6. Gegrillter Fisch am Strand

Kennst du die überfüllten Fischrestaurants in Jimbaran, wo Touristen busweise angekarrt werden? Das ist Uluwatu NICHT. Hier kannst du in entspannter Atmosphäre günstigen gegrillten Fisch (Ikan Bakar) am Strand essen, der unfassbar lecker schmeckt – besonders in Verbindung mit einem farbenprächtigen Sonnenuntergang und einem eiskalten Bintang. Am Bingin Beach lässt sich das sehr gut realisieren. Bringe aber ein aufgeladenes Handy oder eine Taschenlampe mit, damit du den Weg über die steilen Treppen wieder nach oben findest; es gibt keine Beleuchtung.

7. Du hast deine Ruhe

Während sich an den Stränden der populären Orte im Süden Handtuch an Handtuch aneinanderreihen, hast du hier absoluten Frieden und Erholung (von dem einen oder anderen Verkäufer am Strand abgesehen). Dafür gibt es halt auch kein wirkliches Nachtleben und Avocado-Toast musst du auch länger suchen.

Verkäufer am Dreamland Beach in Uluwatu, Bali
Strandverkäufer von Sate Ayam, Bakso, Eis und Co. – dies gehört in Indonesien auch an ruhigeren Stränden einfach dazu

8. Surfen

Uluwatu ist ein Paradies für Surfer. Es gibt Wellen für alle Könnens-Stufen; von Anfänger bis hin zu absoluten Profis – hier kommen alle auf ihre Kosten. In Padang-Padang wird jedes Jahr der Surfwettbewerb der Surfermarke Rip Curl ausgetragen – auch für Zuschauer ein echt atemberaubendes Spektakel und für Profis die Gelegenheit, sich mit den besten Surfern der Welt zu messen.

Padang Padang Beach in Uluwatu, Bali
Padang Padang Beach

9. Garuda Wisnu Kencana

Diese Skulptur, die du schon von den südlichen Stränden (und sogar vom Bali Airport) kilometerweit sehen kannst, zeigt den hinduistischen Gott Vishnu (Indonesisch Wisnu) mit seinem Reittier Garuda. Die Statue selbst ist 121 Meter hoch. Die Fertigstellung dauerte geschlagene 28 Jahre und kostete 100 Millionen USD. Der amtierende Präsident Indonesiens, Joko Widodo, weihte die Skulptur, die aus West-Java in all ihren Einzelteilen nach Bali transportiert wurde, 2018 ein. Definitiv eine Empfehlung, wenn du nach all den Beaches und Bintangs ein bisschen Kultur brauchst!

Die riesige Statue Garuda Wisnu Kencana und Umgebung, Bali

10. Beachclubs und Bars

Uluwatu hat die besten Beachclubs in Bali. Punkt. Du musst schon etwas tiefer in die Tasche greifen als bei einem klassischen Warung, aber ein Tag am Strand mit schönen Cocktails, Livemusik, einem Pool und gutem Essen kann hin und wieder eine nette Abwechslung sein. Ein paar Favoriten sind der Karma Kandara Club, El Kabron, Ulu Cliffhouse oder der schicke OMNIA Dayclub. Sehr populär ist auch der Sundays Beach Club mit weißem Sand, wo du auch Schnorchelausrüstung ausleihen und direkt vom Strand aus losschnorcheln kannst.

Bars direkt am Bingin Beach, Uluwatu (Bali)
Bars am Bingin Beach
Aussicht auf den Bingin Beach in Uluwatu, Bali
Aussicht auf den Bingin Beach

Uluwatu ist noch nicht ganz auf dem Radar der Pauschaltouristen angekommen, gewinnt aber stetig und mehr an Popularität. Sei mutig – viele Strände stehen noch nicht in den Reiseführern und sind daher noch (relativ) einsam und unberührt. Daher gibt es dort auch keine Rettungsschwimmer oder sonstige Sicherheitsvorkehrungen. Bei den unvorhersehbaren Strömungen und recht hohen Wellen sollten sich nur erfahrene Surfer weiter raus wagen. Ansonsten genieße einfach das wunderbar erfrischende türkisfarbene Wasser, die atemberaubenden Ausblicke und die leeren Straßen – und schreib doch in die Kommentare, wenn du noch einen weiteren Geheimtipp für uns hast.


Über die Autorin

Gastautorin Lisa
Lisa

Warst du schon während deiner Bali-Reise in Uluwatu? Haben dir die Strände gefallen oder hast du nur den Tempel besucht? Erzähle uns von deinen Erlebnissen in den Kommentaren.

Fotos: Foto 8 (Kecak Arena Drohne): Tony Calandruccio/shutterstock.com – Foto 10 (Padang Padang Beach): Marius Dobilas/shutterstock.com – Foto 11 (Garuda Wisnu Kencana): Aerovision.io/shutterstock.com

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Gast

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