This post is also available in: English

Bei Südostasien-Reisenden hat die philippinische Hauptstadt Manila nicht unbedingt den besten Ruf. Viele raten von einem Besuch ab, da die Stadt kaum etwas Interessantes, geschweige denn viele schöne Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Dazu kommt noch die scheinbar relativ hohe Kriminalitätsrate.

Manilas Sehenswürdigkeiten und Intramuros

Doch warum eigentlich dieses schlechte Image? Vor unserer 1-monatigen Philippinen-Reise nach Palawan und Boracay haben wir beschlossen, der City eine Chance zu geben und verbrachten dort einen 1-tägigen Stopover. Hier also unser Erfahrungsbericht.

Malate

Der erste Eindruck der Stadt ist sicherlich etwas anders als du dir eine südostasiatische Metropole vorstellst, wenn du Bangkok, Kuala Lumpur etc. kennst und vor allem liebst. Fast alle – von Taxifahrern über Polizisten bis hin zu älteren Obstverkäufern – sprechen halbwegs gutes bis sogar sehr gutes Englisch und du kannst dich wunderbar verständigen. So etwas können wir von Bangkok z.B. nicht behaupten.

Aber wenn wir schon vergleichen, fiel mir auch sofort eine andere Sache auf: es gibt kaum Garküchen und Streetfood, wie wir es sonst gewohnt waren. Als Fan von leckerem und scharfem Streetfood wirst du in Manila gnadenlos enttäuscht.

Nichtsdestotrotz starteten wir also unsere – ich nenn es mal – Sightseeing-Tour im relativ südlichen Stadtteil Malate, wo unser Hotel lag.

Vorbei am Rajah Sulayman Park mit der Malate Church ging es Richtung Manilabucht, wo die Uferpromenade Manila Baywalk liegt. Bei gutem Wetter kannst du hier durchaus einen netten und entspannten Spaziergang am Ufer machen. Mehr aber auch nicht. Ich würde es nicht als Must-See bezeichnen.

Plaza Rajah Sulayman im Stadtteil Malate in Manila, Philippinen
Plaza Rajah Sulayman und Malate Church in Malate
Jeepney in Manila, Philippinen
Einer der vielen Jeepneys von Manila

Rizal Park

Weiter die Uferpromenade am Roxas Boulevard entlang Richtung Norden geht es nun in den Rizal Park – unter Locals auch „Luneta“ genannt – den du nach etwa 15 Minuten Fußweg erreichst.

Der größte und wohl bekannteste Park von Manila hat einige Highlights zu bieten, wie z.B. das Rizal Monument, den Null-Kilometer-Obelisk oder das riesige Relief der Philippinen. Diese haben mich jetzt aber auch nicht so vom Hocker gehauen. Vielleicht lag es auch an den dicken Wolken über der Stadt und an einem sonnigen Tag mit blauem Himmel kannst du hier sicher einige nette und entspannte Stunden verbringen. Viele Filipinos kommen hierher und es ist fast immer etwas los oder zu sehen.

Als wir hier zur Vorweihnachtszeit waren, gab es eine schöne weihnachtliche Atmosphäre mit Dekorationen und singenden Leuten.

Das Rizal Monument im Rizal Park
Das Rizal Monument im Rizal Park
Das Relief der Philippinen im Rizal Park, Manila
Das Relief der Philippinen

Weitere Dinge und Sehenswürdigkeiten, die du im Rizal Park sehen kannst

  • Chinesischer und japanischer Garten
  • Lapu-Lapu-Statue
  • Diorama of Rizal’s Martyrdom
  • Tai Chi Klassen am frühen Morgen
  • National Museum of the Filipino People
  • Live-Musik und Konzerte in den Abendstunden
  • Das Orchidarium und den Butterfly Pavilion
  • Manila Planetarium
  • Manila Ocean Park in der Nähe des Rizal Parks

Fazit: Meiner Meinung nach sehenswert, wenn du mal der Großstadt entfliehen und etwas relaxen möchtest.

Intramuros – das etwas andere Manila

Die sicher bekannteste und interessanteste Sehenswürdigkeit Manilas ist der alte Kolonialdistrikt Intramuros nördlich vom Rizal Park. Vor dort aus ist er zu Fuß in nur wenigen Minuten zu erreichen.

Der Stadtteil Intramuros ist komplett von Mauern umgeben (Intramuros = „Innerhalb der Mauern“) und ist der älteste Stadtteil von Manila, der von den Spaniern als Verwaltungszentrum genutzt wurde – früher war Manila einfach nur Intramuros. Die spanische Kolonialzeit spiegelt sich entsprechend in der Architektur vieler Gebäude wieder.

Ausblick auf Manilas Skyline von Intramuros
Ausblick auf Manilas Skyline von Intramuros
Ausblick auf die Manila City Hall von Baluarte de San Francisco de Dilao, Intramuros
Ausblick auf die Manila City Hall

Natürlich kannst du Intramuros auch zu Fuß erkunden – wenn du viel Zeit übrig hast, kannst du das gerne machen. Aber da das Gebiet doch ziemlich groß ist, ist es etwas bequemer sich einen Guide zu nehmen, der dich mit seinem „Padyak“ oder „Potpot“ (Fahrradrikscha) durch die Gegend fährt und dir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigt und erklärt.

Wir haben uns für diese Variante entschieden und haben pro Stunde 100 Pesos pro Person bezahlt (immer stark verhandeln!). Wenn du einen guten und sympathischen Guide erwischst, so wie es bei uns der Fall war, würde ich dir diese Variante absolut empfehlen! Die Fahrt mit der Fahrradrikscha ist ein kleines Abenteuer und wir haben viel Insiderwissen von unserem Guide bekommen.

Alternativ kannst du auch Pferdekutschen nehmen, aber diese sind vergleichsweise verdammt teuer. Wer Lust hat, kann auch eine Fahrradtour mit einem „Bambike“, einem Bambusfahrrad, machen – das ist sicherlich etwas spannender und du machst noch nebenbei etwas Sport. 😉

Einplanen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten solltest du etwa 1-2 Stunden. Eine Stunde reicht zwar generell auch aus, aber wer es etwas entspannter angehen will, sollte 2 einplanen. Das haben wir so gemacht und konnten überall noch etwas gemütlich verweilen und Fotos schießen, ohne zu hetzen. Zu Fuß hast du natürlich keine Zeitgrenze. 😉

Achtung: einige Sehenswürdigkeiten, Museen etc. haben noch eine Eintrittsgebühr, die du extra zahlen musst. Diese haben wir übersprungen und hatten dennoch nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Highlights in Intramuros

  • Fort Santiago
  • Kathedrale von Manila (Manila Cathedral)
  • San-Agustín-Kirche
  • Plaza San Luis Complex & Casa Manila
  • Baluarte de San Francisco de Dilao
  • Baluarte de San Diego
  • Revellín de la Puerta Real de Bagumbayan und japanisches Gefängnis
Die Kathedrale von Manila in Intramuros
Die Kathedrale von Manila
San-Agustín-Kirche in Intramuros, Manila
Die San-Agustín-Kirche
Die San-Agustín-Kirche von Innen
Die San-Agustín-Kirche von Innen
Alte spanische Architektur und Casa Manila am Plaza San Luis Complex in Intramuros, Manila
Alte spanische Architektur am Plaza San Luis Complex (links: Casa Manila)
Tobi in der Casa Manila in Intramuros
Tobi in der Casa Manila

Fazit: einen Stopover in Manila kannst du durchaus mal machen, finde ich. Du machst damit nichts verkehrt, verpasst aber auch nichts, wenn du es nicht tust. Die Meinung vieler anderer Traveler, dass Manila ein absolutes Drecksloch ist und auf jeden Fall gemieden werden sollte, kann ich nicht teilen. Jedenfalls nicht überall, denn es gibt ein paar nette Orte wie den Rizal Park, teilweise Malate oder eben Intramuros, was für Geschichtsfanatiker eh ein Pflichtbesuch ist.

Sicherlich ist es nicht meine Lieblingsstadt in Südostasien, aber ich habe unseren Aufenthalt dort nicht bereut. Viel besser als die Stadt selbst finde ich aber die Filipinos, die fast alle sehr nett und sympathisch sind und durch ihre guten Englischkenntnisse kannst du hier in der richtigen Umgebung sicher viele coole Leute kennenlernen und eine Menge Spaß haben!

Warst du schon mal in Manila und wie fandest du es? Wenn ja, was waren deine Highlights? Haben wir eventuell etwas richtig Gutes verpasst? Lass uns jetzt einen Kommentar hier!

Das könnte dir auch gefallen

Marcel

Moin, ich bin Marcel! Blogger, Autor, Web- & Grafikdesigner und digitaler Nomade. Ich reise am liebsten durch Südostasien und entdecke dort traumhafte Strände und leckeres Essen. Meine Homebase ist Koh Phangan, Thailand. Folge mir auf Facebook, Twitter, Instagram oder Steemit.