Über Indonesien gibt es, wie in vielen Ländern Südostasiens, viele kuriose und lustige Fakten. Ich habe nun sehr viel Zeit in diesem Land verbracht und so einiges kennengelernt und erfahren. Natürlich auch durch meine indonesischen Freunde und Freundin.

Heute gibt es deswegen mal etwas unnützes Wissen und ich stelle dir 15 Fakten über Indonesien vor, die du bestimmt noch nicht wusstest.


1. Wörter aus dem Niederländischen

Indonesien war mal eine holländische Kolonie und das merkst du heute noch in der Amtssprache Bahasa Indonesia, wo sich mit der Zeit einige Wörter aus dem Niederländischen eingenistet haben, die auch wir als Deutsche verstehen. Hier nur ein paar Beispiele:

  • Gratis = gratis
  • Lampu = Lampe
  • Mantel = Mantel
  • Tante = Tante
  • Knalpot = Auspuff
  • Kopling = Kupplung
  • Helm = Helm
  • Handuk = Handtuch
  • Meubel = Möbel
  • Tas = Tasche
  • Halte = Haltestelle

2. Reis bei McDonald’s

Indonesien ist eines der wenigen Länder auf der Welt, wo du bei McDonald’s statt Pommes auch Reis bestellen kannst. Es gibt sogar ganze Menüs mit Reis und Hähnchen.

Reis bei McDonald's in Indonesien

3. Zensur im Fernsehen

Im Indonesischen Fernsehen werden auf manchen Kanälen Filme extrem hart zensiert – besonders alles, was halbwegs „sexy“ ist. Das geht sogar so weit, dass z.B. die Brüste einer nackten Skulptur bzw. Statue zensiert werden.

4. Zigaretten- und Alkoholwerbung

Wo wir schon beim Fernsehen sind: Zigaretten- und Tabakwerbung ist in Indonesien noch nicht verboten und so werden die (oft sogar sehr gut gemachten) Werbespots vor allem abends und nachts sehr häufig gezeigt – fast jeder 2. Clip!

Das krasse Gegenteil dazu ist wiederum Alkoholwerbung. Diese wirst du dort niemals sehen.

5. Geisterglaube

In Indonesien ist der Geisterglaube weit verbreitet und so manch ein Indonesier behauptet ernsthaft schon mal eine der folgenden Wesen gesehen zu haben:

Da wäre z.B. der „Pocong“, „Kuntilanak“ oder „Genderuwo“. Besonders erwähnenswert ist sicher der „Tuyul“ – ein winziges, babyähnliches Goblin-Wesen, welches die Wertsachen anderer stiehlt. Da der Tuyul wie ein kleines Kind ist, kann er aber besänftigt werden, indem er Süßigkeiten oder Bohnen bekommt, so dass er stattdessen die Wertsachen ignoriert. Einige Personen behaupten, einen Tuyul zu besitzen.

6. Luwak Kaffee

In Indonesien gibt es eine kleine Tierart, den sogenannten Musang, welcher Kaffeekirschen frisst und diese wieder ausscheidet. Aus dieser Musang-Kacke wird dann Kaffee produziert, welcher zu den teuersten Kaffeesorten der Welt gehört.

Den „Kopi Luwak“ kannst du in vielen touristischen Gebieten, vor allem auf Bali, probieren und in kleinen Packungen erwerben.

Luwak Kaffee auf Bali

7. Zum Geburtstag Eier und Mehl

Wenn in Indonesien jemand Geburtstag hat, ist es in einigen Regionen Brauch, dass man ihm rohe Eier auf dem Kopf zerschlägt und anschließend mit Mehl überschüttet. Bei vielen Geburtstagsgästen kann es dann schon mal ganz schön dreckig für das Geburtstagskind werden. 🙂

8. „F“ und „P“

Die Bewohner anderer Länder in Asien haben oft Probleme mit der Aussprache des „R“. In Indonesien ist dies das kleinste Problem…

Dort ist die Unterscheidung zwischen den Buchstaben „F“ und „P“ nicht so wichtig. So wird auch schnell aus „Facebook“ mal das Wort „Pesbook“.

Das wirst du bei deiner Indonesien-Reise mit Sicherheit merken. Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich mich daran gewöhnt habe. Falls du jemanden also nicht auf Anhieb verstehst, einfach im Kopf die Buchstaben austauschen. Oftmals macht das Wort dann wieder Sinn. 😉

9. Religion und Hochzeiten

Religion spielt in Indonesien eine enorm wichtige Rolle. Das geht sogar so weit, dass in dem Land Anhänger zweier verschiedener Religionen (bis auf einige Ausnahmefälle) nicht heiraten dürfen. Es muss jeweils einer konvertieren.

Sasak-Hochzeit auf Lombok, Indonesien
Sasak-Hochzeit in Indonesien

10. Slang

Indonesisch hat eine ganz besondere Slang-Sprache, die vor allem unter Jugendlichen weit verbreitet ist. Diese Sprache nennt sich „Bahasa Gaul“. Hier werden komplett neue Worte erschaffen bzw. mit anderen kombiniert.

Außerdem gibt es noch die „Bahasa SMS“. Sie wird vor allem gerne in SMS, Facebook oder Online-Chats benutzt und kürzt dort die Wörter stark ab oder benutzt Ziffern statt Buchstaben. So ein Satz kann in ganz extremer Form z.B. auch mal so aussehen:

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Einen tollen Einblick in die Slang-Sprache bekommst du übrigens hier im Buch Indonesisch Slang von Bettina David. Falls du mal ernsthaft Indonesisch lernen möchtest, führt kein Weg an diesem Buch vorbei. Denn eine extrem formale Sprache, wie sie in Schul- und Lernbüchern steht, spricht dort eh niemand. 😉

11. Barack Obama

Wusstest du, dass Barack Obama auch indonesische Wurzeln hat? Er lebte sogar einige Jahre seiner Kindheit in Jakarta und ging dort zur Schule. Noch heute spricht er einige Worte Indonesisch und konnte diese bei seinem letzten Indonesien-Besuch anwenden. Das Publikum ist vor Freude fast ausgerastet!

12. Ketchup vs. „Kecap“

Sei vorsichtig, wenn du in Indonesien Ketchup bestellst. Das Wort „Kecap“ hat dort die gleiche Aussprache und ist kein Ketchup, sondern Soja-Sauce. Falls du Ketchup möchtest, frage nach „Tomato Sauce“ oder „Saus Tomat“. Wenn es etwas schärfere Tomatensauce sein soll, frage nach „Sambal“.

Indonesische Saucen: Ketchup und Kecap

13. Balinesische Namen

Wusstest du schon, dass es auf Bali ein ganz besonderes Namensystem gibt? Falls du dich bei deiner Bali-Reise also wunderst, warum fast jeder Mann „Wayan“, „Gede“, „Made“ oder „Ketut“ heißt, hier die kurze Erklärung:

Die Namensgebung auf Bali erfolgt nach der Geburtsreihenfolge des jeweiligen Kindes. So heißt das erste Kind immer Wayan oder Gede. Das Zweitgeborene bekommt dann den Namen Made und so weiter. Mehr Informationen darüber findest du in einem interessanten Artikel bei Indojunkie oder etwas humorvoll geschrieben bei Lookin for Jonny.

Weil das Ganze für Touristen so kompliziert ist, geben sich viele junge Balinesen einfach selbst irgendwelche westlichen Spitznamen. Ich habe schon Indonesier kennengelernt, die sich „Rambo“ oder „Hans“ nennen 😀

14. Anredeformen

Auch in Indonesien gibt es, wie in einigen Ländern Asiens, verschiedene Anredeformen für verschiedene Personen. Dort ist es aber besonders vielfältig und kompliziert. Sie gelten aber als höflich und sind völlig normal und überall verbreitet. Ein paar Beispiele:

  • Ein guter Freund zählt bereits zur Familie und wird mit „Kakak“ (=älterer Bruder oder Schwester angesprochen). Mich würde man also mit „Kakak Marcel“ (oder kurz „Kak Marcel“) ansprechen
  • Für jüngere Freunde gilt dies auch, nur dann heißt es „Adik“/“Dek“ (=jüngerer Bruder oder Schwester). Gleichzeitig ist dies die Anredeform für Kinder.
  • Die vorigen Punkte sind übrigens wahrscheinlich auch der Grund, warum du in Indonesien oft „Bro“ genannt wirst. Ist quasi die moderne, westliche Version davon. Oft gibt es auch die Form „Mas Bro“, welche eine Mischung aus dem Westlichen (Bro) und Indonesischen ist (Mas = Anredeform für Leute gleichen Alters, die aber nicht zum engeren Freundeskreis gehören)
  • Jemand der älter ist (aber nicht zu alt) und ebenfalls zum engen Bekannten- oder Freundeskreis gehört, ist dann schon dein „Om“ (=Onkel) oder „Tante“ (=Tante)
  • Einen Mann, den du nicht wirklich kennst, aber dennoch höflich ansprechen willst, nennst du „Bapak“/“Pak“ (=Herr). Bei Frauen ist das „Mbak“.
  • Ältere Frauen werden oft mit „Ibu“ angesprochen (Kurzform „Bu“)

So geht das dann noch lange weiter und das waren nur ein paar Beispiele. Ich habe lange gebraucht, um diese ganzen Anredeformen zu lernen oder zu verstehen. Je nach Insel und Region gibt es sogar noch unterschiedliche Wörter und Formen.

Übrigens wirst du als Tourist oft mit „Boss“/“Bos“ angesprochen. Das ist in Indonesien völlig normal und wird auch unter Locals teilweise gemacht. Dies zeigt nur den Respekt von jemandem, der jemand anderem einen Dienst erweist oder erweisen will. Vermutlich kommt dies noch aus der alten Kolonialzeit.

15. Prepaid-Strom

In Indonesien haben viele Gebäude einen kleinen Kasten mit Prepaid-Strom. Dort befindet sich auch der Zähler und über eine kleine Tastatur musst du, ähnlich wie bei deinem Prepaid-Guthaben auf Handy, zunächst Strom „kaufen“ und dort den Code eingeben. Das Guthaben kannst du in jedem Convenience Store, wie z.B. 7-Eleven, Indomaret oder Circle K kaufen.

Übrigens, auch hier versteht man wieder „Stroom“, wo wir wieder bei Punkt 1 wären…

Welche kuriosen und witzigen Indonesien-Fakten fallen dir ein? Was hast du bei deiner Indonesien-Reise erlebt? Lass es uns jetzt wissen!

Fotos: Foto 1 (Reis): abdul / yunir/flickr (CC BY 2.0) – Foto 4 (Saucen): Artist in doing nothing/flickr (CC BY 2.0)

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Marcel

Moin, ich bin Marcel! Blogger, Autor, Web- & Grafikdesigner und digitaler Nomade. Ich reise am liebsten durch Südostasien und entdecke dort traumhafte Strände und leckeres Essen. Meine Homebase ist Koh Phangan, Thailand. Folge mir auf Facebook, Twitter, Instagram oder Steemit.