Dublin ist eine Stadt wie keine andere. Sechs Monate habe ich dort gelebt und gearbeitet und bis heute frage ich mich, wie ich jemals wieder meine Sachen packen und das schöne Irland verlassen konnte. Viel Wahl hatte ich in der Sache nicht: Ich musste nach meinem Praktikum in Dublin wieder zurück an die Uni. Doch noch heute denke ich schwärmerisch zurück an diese schöne Stadt, ach, was sage ich, dieses schöne Land, und habe nur Positives im Sinn.

Orte, die du auf deiner Dublin und Irland Reise gesehen haben musst

Ob du die Reise schon fest geplant hast oder noch nicht weißt, wohin es gehen soll: Dublin ist das perfekte Ziel für Kurz- und Langurlaube. Für deine Reiseplanung habe ich hier 10 Tipps für Dublin zusammengestellt, die deine Reise umso schöner machen können!


Dublin: Touren und Tickets


Tipps für Kultur

1. National Leprechaun Museum

Du besuchst Irland, das Reich der Feen und Kobolde. Da diese sich nicht sonderlich oft in der Öffentlichkeit zeigen – St. Paddy’s Day mal außen vor gelassen – musst du auf anderem Wege diesen kulturellen Teil Irlands erleben. Genau dafür gibt es das National Leprechaun Museum. Wenn du jetzt denkst „Pfui, Museum“, irrst du dich gewaltig. Von einer Museumsatmosphäre ist dort nichts zu erkennen. Tatsächlich handelt es sich mehr um eine Tour durch die Welt der magischen Wesen.

Mann als Leprechaun verkleidet in Dublin, Irland

Tagsüber erfährst du von den fröhlichen Geschichten und den lieben oder frechen Feen und Kobolden. Es ist perfekt ausgerichtet auf Kinder ab 7 Jahren (die Englisch sprechen, versteht sich). Aber nachts verwandelt sich das Museum und dein Guide berichtet dir von den Geschichten, die Kindern und Erwachsenen das Fürchten lehren – das Mindestalter für den Eintritt am Abend liegt bei 18 Jahren.

Wo ich schon beim Guide bin: Die Mitarbeiter des Museums sind Spezialisten in irischer Folklore. Jede Geschichte können sie stimmungsgerecht erzählen. Die Sammlung der Geschichten habe ich mir am Ende direkt gekauft. Mehr Details zum National Leprechaun Museum findest du auch auf meinem Blog Harte Schale.

Praktischerweise liegt das Museum leicht erreichbar in der Stadt. Du kannst laufen (ca. 10 Minuten von Temple Bar) oder die am schlechtesten ausgebaute Tramstrecke der Welt, die Luas, nehmen (Red Line, Ausstieg bei der Jervis Haltestelle). Eine andere Gelegenheit für eine Reise mit der Luas (die die Haltestellen in Irisch und Englisch ansagt) gibt es wahrscheinlich auf deiner Reise nicht.

2. Trinity College & Kilmainham Gaol Museum

Wenn es etwas historisch bewiesener sein darf, bieten sich für ein- bis zweistündige Touren das Trinity College und das Kilmainham Gaol Museum an. Um das Trinity College kommst du bei einem Besuch in Dublin nicht herum. Es steht imposant an einer der wichtigsten Kreuzungen. Betrittst du den Innenhof der Universität durch das große Tor, hast du sofort den Eindruck, du stündest auf dem Campus der Oxford University. Das liegt daran, dass das Trinity College nach dem Modell der Oxford und Cambridge Universities gebaut wurde, als Dublin noch zum Vereinigten Königreich gehörte.

Das Gelände des Trinity College in Dublin, Irland

Neben einer tollen Chance für Fotos für Architekturliebhaber, hat Trinity College aber noch etwas Besonderes in seinen Hallen: Das Book of Kells. Dies ist Irlands größter kultureller Schatz: Ein Dokument aus dem 9. Jahrhundert (in erstklassiger Verfassung), das die vier Evangelien in kunstvoller Handschrift und mit beeindruckenden Malereien darstellt. Ehrlich gesagt halte ich einen Besuch hier für ein absolutes Muss – Religion hin oder her.

Die Bibliothek im Trinity College in Dublin, Irland
Die beeindruckende Bibliothek im Trinity College

Kilmainham Gaol Museum ist etwas weniger erhaben, dafür aber mit Geschichte geladen. Es handelt sich um ein in 1924 stillgelegtes Gefängnis – eines der größten unbesetzten Gefängnisse Europas. Auch im Unabhängigkeitskampf spielte es eine große Rolle. So erfährst du hier nicht nur etwas über das Gefängnis, sondern auch die bewegende Geschichte Irlands.

3. Belfast

Wo ich schon bei der Geschichte Irlands bin, will ich einen kleinen Sprung nach Belfast machen. Es gibt unzählige Angebote für Tagesausflüge aus Dublin und einer davon ist ein Trip nach Belfast, wo ich eine Black Cab Tour mitgemacht habe. Hast du einen Tag Zeit, lasse dir das nicht entgehen.

Der Trip enthält in der Regel eine Fahrt in die Stadt, wo du mit einem traditionellen Black Cab alle Sehenswürdigkeiten und historischen Orte besuchst und einen Ausflug zum Giant’s Causeway (siehe unten) machst. Die Cabbies sind – wie alle Iren – unfassbar freundlich und kennen sich mit der gesamten Geschichte ihrer Stadt aus. Das ist nicht wenig, denn neben der Titanic, die ja in Belfast gebaut wurde, hat die Stadt so einiges in ihrer Zeit mitgemacht. Hauptsächlich geht es bei der Tour um „The Troubles“, also die schwere Zeit, die Irland von 1968 bis 1996 mitgemacht hat.

Wandmalerei in Belfast, Irland

4. Livemusik und irischer Tanz

Wenn die Iren für eins bekannt sind, dann ist es ihre Leidenschaft für Musik. Besuchst du Dublin, wette ich mit dir, dass du es nicht schaffst, einen ganzen Tag lang keine Livemusik zu hören. Das macht das Leben in der Stadt für mich so beneidenswert. Die Wahl ist so gut wie endlos: Ohne weitere Mühen kannst du einfach durch den Stadtteil Temple Bar wandern und dich von deinen Ohren leiten lassen. Natürlich platzt das Viertel sozusagen mit Touristen und ein Geheimtipp ist es bestimmt nicht. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, ihm einen Besuch abzustatten.

Die berühmte The Temple Bar in Dublin, Irland
Die berühmte The Temple Bar in Dublin

Willst du das volle Paket auf einmal haben, solltest du einen Tisch zum Abendessen im Arlington Hotel buchen.

Dort wird jeden Abend in einem großen Saal im Keller eine Riverdance und Lord of the Dance Show veranstaltet, gefolgt von irischer Livemusik. Früher gab es mal zwei Niederlassungen und mein Favorit – eine Bar, in der man sein eigenes Guinness zapfen konnte – hat leider die Türen auf unbestimmte Zeit geschlossen. Damit alles glatt läuft, empfehle ich, einen Tisch zu reservieren. Während der Show wirst du auch kulinarisch erstklassig versorgt: Es gibt ein 3-Gänge-Menü mit traditionellen irischen Gerichten, jedes davon ist göttlich.

Irland Essen: Tipps für Speis & Trank

5. Bar Food

Wem gutbürgerliche und vollständig irische Küche lieber ist, der ist in fast jeder Bar gut bedient. Von morgens früh bis abends spät gibt es für jeden Geschmack etwas. Das traditional Irish Breakfast (was sich so gut wie gar nicht vom Traditional English Breakfast unterscheidet) ist meines Erachtens der beste Start in den Tag.

Mittags und abends gibt es so viel Auswahl, dass ich mich nicht entscheiden kann: Austern sind frisch gefangen und verhältnismäßig günstig, Beef & Guinness Pie oder Stew, ein Klassiker, und natürlich gibt es auch Fish & Chips bis zum Umfallen. Ich bin immer gerne mit Freunden ins Gogarty’s gegangen, ein Hostel mit Restaurant und Bar mitten in Temple Bar. Aber ich habe noch nie schlecht in Dublin gegessen.

Das O'Shea's (Old Morans Hotel) in Dublin - ein typisches Bed & Breakfast sowie eine Bar und ein Restaurant
O’Shea’s – ein typisches Bed & Breakfast sowie eine Bar und ein Restaurant
Ein typisches irisches Pub von innen
Ein typisches irisches Pub von innen

6. Guinness

Was wäre ein Ausflug nach Dublin ohne ein frisch gezapftes Guinness? Nicht wundern, wenn es anders schmeckt als bei uns! Das Bier reist nicht sonderlich gut und unterliegt vor Ort viel strengeren Regulationen (Mitarbeiter von Guinness kommen regelmäßig vorbei, um die Zapfanlage ordnungsgemäß zu reinigen – speziell für Guinness). Willst du mehr über die Brauerei erfahren, lohnt sich ein Ausflug zum Guinness Storehouse. Am Ende der Tour gibt es in der Gravity Bar ein kühles Schwarzes und einen erstklassigen Ausblick auf die Stadt von oben.

Anna im Guinness Storehouse in Dublin, Irland
Guinness Storehouse

Solltest du gegen Ende September anreisen, kann es gut sein, dass du dich am 22.9. gegen 17:59 Uhr in einer Bar – irgendeiner Bar – aufhältst und um dich herum wird im Einklang „To Arthur!“ geschrien. Mach ruhig mit, denn mit diesem Prosit wird auf Arthur Guinness getrunken, der in 1759 einen Mietvertrag für die Guinness Brauerei unterschrieb. Dieser Vertrag gilt für 9.000 Jahre bei einem monatlichen Festpreis von 45 Pfund. Da konnte jemand gut verhandeln. Früher war Arthur’s Day sogar ein großes Musikfestival. Dieses wurde aber nach einigen Jahren abgesagt, da es zu Trinkgelagen kam, die nicht gewünscht sind.

3 Pints (Gläser) Guinness Bier in Irland

7. Jameson

Wenn dir Guinness nicht reicht und du dich an den härteren Sachen probieren willst, gibt es auch die Jameson Destilliere-Tour. Im Vergleich zum Guinness Storehouse ist die Destilliere ein wirklich gut durchdachtes Erlebnis. Die Räume sind super hergerichtet, die Tour ist spannend und verkosten darfst du auch reichlich. Du erfährst nicht nur, wie Jameson hergestellt wird, sondern auch, warum er sich von anderen Whiskeys unterscheidet.

Fässer in der Old Jameson Distillery in Dublin

Tipps für atemberaubende Natur

8. Blarney Castle & Cork

Obwohl Dublin an sich schon ein traumhaftes Reiseziel ist, hat Irland noch so viel mehr zu bieten. Damit du dich nicht mit Linksverkehr stressen musst, gibt es unterschiedliche Tagestouren. Eine davon führt nach Cork, eine Region und Stadt im Süden Irlands. Auf dem Weg gibt es alte keltische Bauwerke, Blarney Castle und viel schöne Natur zu sehen. Du hast hier die Chance, den Blarney Stone zu küssen, wodurch du der Legende nach auf ewig ein guter Redner sein wirst.

Der Blarney Castle in Cork, Irland
Blarney Castle

9. Cliffs of Moher

Bestimmt hast du schon von ihnen gehört oder Bilder gesehen: Die Cliffs of Moher sind beeindruckende Klippen in der Nähe Galways. Da das nicht sonderlich nah an Dublin liegt, musst du für diese Tour einen ganzen Tag einplanen. Natürlich gibt es auf der Reise auch Zwischenstopps, bei denen sich gute Fotos machen lassen.

Planst du einen längeren Aufenthalt in Irland, empfehle ich dir ein Auto zu mieten und ein oder zwei Nächte in Galway zu verbringen. Von dort aus kommst du schnell zu den Klippen und du kannst die besungene Stadt hautnah erleben. In nicht nur einer Bar wirst du „Galway Girl“ zu hören bekommen.

Aussicht auf die Cliffs of Moher in Irland

10. Giant’s Causeway

Zu dem oben beschriebenen Ausflug nach Belfast gehört in der Regel auch ein Abstecher zum Giant’s Causeway. Dieses UNESCO-Weltkulturerbe ist wirklich beeindruckend. Die klassisch irische Folk Sage dazu finde ich bei Weitem interessanter als die Erklärung, dass Vulkanausbrüche diese eigenartige Landschaft erzeugten.

Die Sage besagt, dass ein irischer Riese einen schottischen Riesen zum Kampf herausforderte und dafür einen Damm (Causeway) zum Schutz baute. Vor Erschöpfung konnte er aber nicht gegen den schottischen Riesen kämpfen. Seine Frau verkleidete ihn als Baby. Als der schottische Riese dieses gigantische Baby sah, bekam er es mit der Angst – wie groß musste da der Vater sein – und rannte weg. Dabei zerstörte er den Damm, damit der irische Riese nicht hinter ihm her könne. Die Überreste des Damms sind die vielen gleich geformten Steine, die wir jetzt als Giant’s Causeway kennen. Toll, oder? Viel besser als Vulkane.

Der Giant's Causeway in Nordirland


Gastautorin Anna
Anna

Über die Autorin

Ich bin Anna und ich bin am liebsten unterwegs. Je weiter weg das Ziel ist, desto begeisterter bin ich. Seit 2020 betreibe ich meinen eigenen Blog Harte Schale – Weicher Kern, im dem ich meine Reiseerfahrungen, Lieblingsrezepte, Balkonideen und Inspiration teile. Wenn ich gerade einen freien Moment finde, lese ich am liebsten so viele Bücher wie möglich.

Was sind deine Lieblingsorte in Irland, inbesondere in Dublin? Hast du noch mehr Tipps? Wir sind gespannt!

Fotos: Foto 1 (Leprechaun): Rolf Jager/shutterstock.com – Foto 2 (Trinity College: Evgeni Fabisuk/shutterstock.com – Foto 11 (Blarney Castle): walshphotos/shutterstock.com – Foto 12 (Cliffs of Moher): aljazvidmar/shutterstock.com – Foto 13 (Giant’s Causeway): DrimaFilm/shutterstock.com