Datensicherung auf Reisen: 7 einfache Tipps

Auf Reisen ist das Thema Datensicherung besonders wichtig. Es gibt nichts schlimmeres, als unterwegs seine Reisefotos und Erinnerungen zu verlieren. Und das kann sehr schnell und leicht passieren. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, dass du vor deiner Reise bereits einige Vorbereitungen triffst und wichtige Daten sowie Dokumente online speicherst, um sie jederzeit bei Bedarf abrufen zu können.

Fotos, Videos und Daten auf Reisen sichern – unsere Tipps und Erfahrungen

Hier findest du unsere Best Practices und Tipps zur Datensicherung auf Reisen. Wir reisen seit 2013 und haben seit dem vieles ausprobiert. Für uns funktionieren die meisten dieser Tipps wunderbar und wir hoffen, dass wir dir damit deinen Reisealltag ein wenig leichter machen können.


1. Daten unterwegs sichern mit Cloud/mobilem Fotospeicher

Du lädst deine Fotos regelmäßig in eine Cloud deiner Wahl. Egal ob Dropbox, Google Drive oder Microsoft OneDrive – die Auswahl ist riesig und der Speicherplatz oft auch ausreichend. Falls nicht, kannst du bei den meisten Anbietern für nur wenige Euros im Monat ein Upgrade durchführen. Bei Google Drive sind das derzeit z.B. 100 GB für nur 1,99 €. Ein weiterer nennenswerter Anbieter ist Amazon, jedoch haben wir diesen Cloud-Service noch nicht getestet.

Datensicherung mit Google Drive (Screenshot)
Google Drive

Mit einer App bzw. einem Programm, das auf deinem Laptop läuft, kannst du Daten automatisch hochladen bzw. synchronisieren. Du wählst einfach einen bestimmten Ordner aus, der synchronisiert wird. Wenn du nun deine Fotos von der Kamera auf den Laptop kopierst, werden sie automatisch in die Cloud geladen. Auch von deinem Smartphone, Tablet etc. hast du dann sofort Zugriff auf die Fotos, sofern diese auch die App nutzen.

So einfach und unkompliziert das alles auch klingt. Die Wahrheit ist leider, dass das Internet in Südostasien oft nur mittelmäßig bis miserabel ist. Zumindest in Hotels oder Restaurants, denn gute bis hervorragende Verbindungen gibt es durchaus auch. Das Hochladen der Daten in die Cloud dauert in der Praxis jedoch oft lange.

Tipp 1: Falls du bei der Cloud-Variante Zeit beim Upload deiner Reisefotos sparen willst, lade einfach nur die JPGs hoch. So sparst du eine Menge Zeit beim Upload der Daten. Im Falle eines Verlustes hast du zwar keine RAW-Daten mehr, aber wenigstens dauert dein Upload nicht Tage oder Wochen.

Tipp 2: Wenn du die Fotos nicht unbedingt immer in größter Auflösung brauchst, dann verkleinere sie doch einfach auf 50% der Größe oder komprimiere sie stärker. In den meisten Fällen reicht auch eine kleinere Auflösung. Verkleinern kannst du die Fotos mit einer kostenlosen Software, wie z.B. FastStone Photo Resizer oder du benutzt Photoshop. Außerdem kannst du schon in deiner Digitalkamera kleinere Pixelmaße und Komprimierungsstufen auswählen. So sparst du nochmals weitere Zeit beim Kopieren der Daten.

Dokumente online sichern vor der Reise

Neben Fotos macht es auch Sinn vor einer Langzeitreise deine wichtigsten Dokumente (z.B. Reisepass, Führerschein, Notfall-Daten der Bank oder Versicherung, Impfpass, usw.) einzuscannen und in die Cloud zu laden. So kannst du sie unterwegs von überall aufrufen und musst keine „Hard Copies“ mitschleppen.

Beim Scan rate ich dir eine Auflösung von 150-300 DPI und gleichzeitig eine stärkere Komprimierung zu verwenden. Speichere die Daten als PDF und achte darauf, dass das Dokument nicht zu groß ist. Wenn du mal irgendwo in Südostasien langsames Internet hast und schnell auf ein Dokument zugreifen willst, ist es in der Praxis nämlich sehr ärgerlich, wenn es ewig lädt. Alles über 1 MB ist zu groß und hier kommt eben die Komprimierung ins Spiel.

Wenn du hier noch mal auf Nummer sicher gehen willst, kannst du deine wichtigsten und geheimsten Dokumente (z.B. TAN-Listen fürs Online-Banking) zusätzlich in eine ZIP-Datei packen und diese mit einem Passwort verschlüsseln. Solltest du öffentliche Computer benutzen statt deinen eigenen Laptop, denke immer daran nichts herunterzuladen und dich immer auszuloggen.

2. Daten sichern auf externer Festplatte

Zusammen mit der Cloud die von uns bevorzugte Variante. Wir haben unterwegs neben unserem Laptop immer eine kleine externe Festplatte mit derzeit 2 TB dabei. Wir empfehlen dir die Seagate Slim. Sie ist super dünn, zuverlässig und passt sogar in die Laptop-Schutztasche. Noch besser und schneller, aber wesentlich teurer, wäre eine externe SSD-Festplatte.

Externe Festplatte Seagate Slim
Seagate Slim

Nach jedem Reisetag kopieren wir unsere Fotos, GoPro- und Drohnen-Videos auf den Laptop + die externe Festplatte. Außerdem sichern wir dort auch unser gesamtes Windows-System alle paar Wochen, so dass wir unser System bei Bedarf schnell wiederherstellen können.

Wichtig ist es auch vor Abreise eine Kopie deiner älteren Fotos auf einer 2. externen Festplatte zu sichern. Es kann immer mal passieren, dass deine externe auf Reise kaputt oder verloren geht und dann hast du zumindest noch deine alten Daten bzw. Fotos/Videos von vergangenen Reisen gesichert. So machen wir das auch: Sowohl in unserer Homebase in Thailand als auch in Deutschland bei unseren Verwandten liegen Kopien unserer Festplatten mit den wichtigsten Daten.

3. Daten unterwegs sichern auf SD-Karten oder USB-Stick

Diese Variante ist zwar sehr platzsparend, aber der digitale Speicherplatz ist extrem begrenzt. Denn SD-Karten und USB-Sticks mit mehr als 64 GB sind noch immer relativ teuer. Trotzdem ist es eine gute Möglichkeit, deine Daten unterwegs zu sichern. Beachte aber, dass eine Speicherkarte auch leicht kaputt gehen kann, einfach so und ohne Grund. Doppelt sichern ist immer besser!

Vorsicht: Am besten solltest du deine Speichermedien, wie auch die externe Festplatte, möglichst nicht im Reisegepäck/Rucksack lagern, sondern im Handgepäck. SD-Karten und USB-Sticks sind außerdem nicht unbedingt die zuverlässigsten Speichermedien. Erst recht nicht unter härteren Bedingungen, die beim Reisen manchmal vorkommen. Um sicher zu gehen, solltest du lieber eine 2. Kopie durchführen. Außerdem gilt bei Speicherkarten: lieber mehrere kleinere als eine große. So verlierst du im schlimmsten Fall bei einem Defekt nicht sämtliche Daten sondern nur einen Teil. Bewahre deine SD-Karten immer in einem passenden Case, so dass sie nicht einfach lose herumliegen.

SD-Karte von Toshiba
Benutze lieber kleinere SD-Karten von bekannten Marken

Denke beim Kauf von Speicherkarten immer daran, dass du möglichst eine gute Geschwindigkeit hast. Vermeide auch den Kauf von Billig-SD-Karten und investiere lieber ein paar Euros mehr in Markenprodukte mit guter Qualität. Du kannst mir glauben, es wird sich früher oder später einfach auszahlen.

4. Fotos unterwegs sichern ohne PC: USB On-the-Go (OTG)

USB OTG ist eine sehr praktische Erfindung und ideal für Reisende, die ohne Laptop unterwegs sind. So kannst du deine USB-Geräte miteinander verbinden, ohne dass ein PC dazwischen ist. Die vorher erwähnten Punkte wären somit alle ohne PC/Laptop möglich. Vorausgesetzt deine USB-Geräte sind OTG-kompatibel.

In der Praxis kann das so aussehen, dass du deine Fotos zunächst per WiFi von Kamera auf Handy oder Tablet kopierst. Die meisten modernen Digitalkameras haben eingebautes WiFi, wo du die Fotos problemlos übertragen kannst. Wir nutzen die Canon PowerShot G9X mit WiFi und möchten nie wieder auf diese Funktion verzichten. Sobald du die Fotos kopiert hast, kannst du nun den nächsten Schritt einleiten, indem du einen OTG-Adapter an dein Smartphone/Tablet anschließt. An das andere Ende kommt nun dein USB-Gerät, was ein USB-Stick oder sogar eine externe Festplatte sein kann. Per App gehen die Daten schließlich auf deinen Datenträger und sind gesichert.

Außerdem geht es sogar noch einen Schritt einfacher per kabellosem SD-Kartenleser/Mini-Router. Hier kannst du Fotos von der SD-Karte direkt auf einen USB-Datenträger wie z.B. USB-Stick oder externe Festplatte übertragen. Getestet haben wir dieses Gerät bisher noch nicht, aber es scheint sehr vielversprechend zu sein.

5. Mit Smartphone fotografieren und sichern

Moderne Smartphones in der höheren Preisklasse haben Kameras, die mit einer guten Kompaktkamera locker mithalten können. Immer mehr Reisende, aber auch Reiseblogger, fotografieren heutzutage häufiger mit dem Smartphone.

Fotografieren mit dem Smartphone in Thailand

Auch hier gibt es wieder eine Reihe von Möglichkeiten, um deine Fotos auf dem Handy zu sichern. Ideal ist auch hier eine Cloud (siehe Punkt 1), denn du kannst auch auf dem Smartphone die Google Drive App installieren und deine Fotos synchronisieren. So hast du Zugriff auf alle deine Fotos im Google Drive, gleichzeitig sicherst du aber auch die Bilder, die du mit dem Smartphone schießt.

Dabei muss es natürlich nicht immer unbedingt Google Drive sein, denn auch Apple bietet mit der iCloud eine super Möglichkeit zur Datensicherung. Darüber hinaus gibt es noch weitere praktische Apps wie z.B. Shoebox oder Google Photos. Bei einigen Cloud Services kannst du übrigens einstellen, dass die Fotos nicht in voller Auflösung hochgeladen werden. So sparst du ordentlich Datenvolumen und in den meisten Fällen benötigst du eh keine 12 MP Auflösung für deine Fotos.

Wenn du mit dem Smartphone fotografierst, aber keine Cloud nutzen möchtest, dann kommt auch hier wieder das USB OTG (siehe Punkt 4) zum Einsatz. Vom Smartphone lädst du deine Fotos auf einen USB-Stick und hast sie gesichert, falls du mal dein Handy verlieren solltest.

Hinweis: Behalte hierbei immer dein Datenvolumen im Auge. Zwar kannst du bei fast allen Cloud-Services einstellen, dass nur bei einer WLAN-Verbindung synchronisiert werden soll, aber bei den meisten SIM-Karten in den südostasiatischen Ländern bekommst du ordentlich Datenvolumen für einen sehr günstigen Preis. Ein kleines Beispiel: Ein 4G-Paket mit 2,5 GB kostet in Thailand nur etwa 300 Baht im Monat, umgerechnet also 7,50 €. In Kambodscha haben wir für unglaubliche 11 GB nur 15 US-Dollar bezahlt.

6. Oldschool-Variante: Fotos auf DVD brennen und nach Hause schicken

Diesen Weg gibt es natürlich auch noch – auch wenn er eigentlich kaum noch der Rede wert ist. Vielleicht gibt es in bestimmten Situationen aber gar keine andere Möglichkeit mehr. Du brennst deine Fotos regelmäßig auf eine DVD/CD (entweder mit eigenem Laptop oder in einem Internet-Cafe) und schickst sie dann per Post nach Hause.

Diese Variante ist ziemlich unsicher, da die DVDs beim Versand beschädigt werden oder auch einfach gar nicht ankommen könnten. Im Zweifel verschickst du einfach doppelt. Das Problem hierbei ist, dass es beim regelmäßigen Versand von Südostasien nach Europa schon recht teuer werden kann. Selbstverständlich kannst du auch USB-Sticks und Speicherkarten verschicken, aber DVDs sind vergleichsweise viel günstiger und ein Verlust wäre leichter zu verkraften.

7. Bewusst Fotografieren und vor allem: aussortieren

Das A und O vor jeder Datensicherung. Du lernst bewusster zu fotografieren und fotografierst nicht jeden Mist. Du brauchst auch keine 20 Fotos von einer Sehenswürdigkeit – es reichen auch 2-3. So sparst du schon mal eine Menge Speicherplatz auf deinen Medien.

Falls du viele Fotos schießt, macht es Sinn, sie im Nachhinein auszusortieren. 20 Fotos von dir in Angkor Wat mit jeweils anderen Posen? 30 Sunset-Fotos von den Gili-Inseln, nur weil der Himmel von Minute zu Minute schöner wird? Lösche einfach die schlechtesten davon – du wirst sie garantiert niemals verwenden. Die ideale Beschäftigung an einem Regentag in Südostasien oder abends im Hotel.

So machen wir das auch regelmäßig und sparen etwa 30-50% Speicherplatz. Wir schießen grundsätzlich alle Fotos als JPG + RAW. Doch da die RAW-Dateien eine Menge Speicherplatz einnehmen, ist es nicht immer nötig ein RAW zu behalten. Bei bestimmten Motiven macht es für uns einfach keinen Sinn und kann entsprechend im Nachhinein gelöscht werden.

Falls du keine Zeit oder Lust zum Aussortieren hast, wäre eine weitere Möglichkeit das vom Windows Explorer bereitgestellte Bewertungstool zu verwenden. Du kannst einer Datei 1 bis 5 Sterne geben und sie danach sortieren. Deine besten Fotos bekommen 4 bis 5 Sterne und alles andere kannst du nach der Sortierung einfach gnadenlos löschen. Auch Macs bieten diese Möglichkeit natürlich an, genauso wie fast jede Fotoverwaltungs-Software.

Sterne-Bewertung im Windows Explorer

Tipp: Lasse deine Daten möglichst lange auf der SD-Karte der Kamera oder Drohne und lösche sie nicht direkt nach dem Übertragen. So hast du noch eine kleine Sicherung. Beachte jedoch, dass so eine SD-Karte sehr schnell voll ist und du unter Umständen gerade dann, wenn du ein schönes Foto schießen willst, auf einmal keinen Speicherplatz mehr hast. Uns ist das gerade bei GoPro- und Drohnen-Videos schon ab und zu passiert und wir mussten auf die schnelle Fotos direkt von der Kamera löschen. Behalte den Restspeicherplatz also immer im Auge!

Wie sicherst du deine Daten auf Reisen? Hast du noch ergänzende Tipps zur Datensicherung, die hilfreich für unsere Leser sein könnten? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Über Marcel

Moin, ich bin Marcel! Blogger, Autor, Web- & Grafikdesigner und digitaler Nomade. Ich reise am liebsten durch Südostasien und entdecke dort traumhafte Strände und leckeres Essen. Meine Homebase ist Koh Phangan, Thailand. Folge mir bei Facebook, Twitter oder Instagram.

Kategorien: Planung & Tipps Technik & Equipment Weltreise
Gepostet am 19. November 2017

Ein Kommentar zu "Datensicherung auf Reisen: 7 einfache Tipps"

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