Macht Reisen eigentlich glücklich? Spontan würde ich sagen, dass ich es nicht weiß. Ich möchte gerne ja sagen und damit auch gleichzeitig meine ganzen Monate auf Reisen begründen, aber ist die Antwort wirklich so einfach?

Um die Frage zu beantworten, muss ich mir grundsätzlich die Frage stellen, warum ich überhaupt mit dem vielen Reisen begonnen habe.

Am Anfang waren die Urlaube mit der Familie als ich noch jünger war. Wir haben viele und schöne Urlaube gemacht, waren in Italien am Strand und in den Wasserparks, die ich als Kind geliebt habe und später auf einigen Kreuzfahrten mit der Aida.

So eine Kreuzfahrt ist zwar nicht ganz so erholsam, aber sie bringt unglaublich viel Spaß und du lernst spätestens jeden zweiten Tag eine neue Stadt kennen und kannst für dich unbekannte Ecken entdecken. Wäre ich sonst z.B. nach Island gekommen? Früher oder später vielleicht, aber es hätte ein wenig länger gedauert, denke ich. Ich denke gerne daran zurück.

Tobi in der Hängematte auf Koh Phangan

Dann kamen die ersten Urlaube ohne Familie, das erste Mal in die große weite Welt nach New York und in die Dominikanische Republik.

Das Jahr darauf schließlich das erste Mal Thailand. Das erste Mal, dass ich mit dieser Backpacker-Kultur in Berührung kam. Was soll ich sagen, DAS wollte ich auch. Ich wollte meine Sachen packen und reisen – für eine lange Zeit.

Ich wollte länger weg als nur die 2-3 Wochen am Stück Jahresurlaub. Es war mir einfach nicht mehr genug, ich wollte etwas von der Welt sehen, die Welt entdecken. Und ich wollte es nicht, wenn ich später mal in Rente gehe, ich wollte es jetzt. Mir geht es gut, ich bin gesund, wann ist also eine bessere Zeit als jetzt?

Ein Jahr später war es soweit. Ich nahm mir eine Auszeit für 6 Monate von meinem Job, packte meinen damals viel zu schweren Rucksack und zog in die Welt.

Es war eine unglaublich schöne Zeit und die Tage, Wochen und Monate zogen viel zu schnell ins Land und dann saß ich wieder im Büro bei meinem 9 to 5 Job.

Irgendwie ging das an diesem Zeitpunkt gar nicht mehr. Es hat mich total unglücklich gemacht, ich fühlte mich schon ein wenig gefangen kann man sagen. Bis auf 1 oder 2 kurze Urlaube zwischendurch hatte ich das Gefühl das ganze Jahr lang.

Eine kleine Flucht war das Schreiben der Blogartikel. Für eine kurze Zeit konnte ich mich somit wieder an die schönen Orten träumen, die ich besucht hatte.

Tobi auf dem Viewpoint über Koh Phi Phi
Die Aussicht auf Koh Phi Phi

Machte mich also das Reisen selbst wirklich glücklich? Konnte ich dieses Glücksgefühl in meinem vorherigen Leben so nicht mehr finden? Ich wollte dieses Gefühl der Freiheit und des Glücks aber wieder zurückbekommen. So beschloss ich also nach knapp 1 Jahr meinen 9 to 5 Job aufzugeben und wieder in die Welt zu ziehen.

Das ist jetzt gute 1 ½ Jahre her und ich war bis auf 3 Monate in Deutschland den Rest nur in Südostasien unterwegs. Ich habe neue Länder wie Vietnam oder Laos kennengelernt und ich fühle mich definitiv glücklicher.

Es ist natürlich nicht immer alles super und es gibt auch mal schlechtere Tage, aber die gibt es immer.

Ich würde nicht sagen, dass mich das Reisen alleine zu 100% glücklich macht, sondern das Ganze drumherum. Ich bin selbstständig und arbeite für mich und das mache ich gerne.

Ich bin zwar viel unterwegs, aber hetze nicht alle paar Tage mehr von Ort zu Ort, sondern lasse mich auch mal etwas länger an Orten nieder, wie z.B. auf Koh Phangan. Es gibt, zumindest mir, manchmal das Gefühl ein Zuhause außerhalb von Deutschland zu haben.

Leela Beach auf Koh Phangan, Thailand
Leela Beach, Koh Phangan

Es ist schön an Orten Freunde zu finden und diese Freundschaften dann auch zu pflegen, wieder an diese Orte zurückzukommen, viel mehr von den Orten kennenzulernen als der durchschnittliche Tourist.

Aber wenn es dann wieder in den Füßen kribbelt und ich Hummeln im Hintern habe und wieder los möchte, dann packe ich einfach meinen Rucksack und ziehe weiter.

Dadurch, dass es jetzt als digitaler Nomade kein festes Enddatum der Reise mehr gibt, fühle ich mich noch freier, noch ein Stück glücklicher und ich kann entscheiden wann ich weiter ziehe. Ob ich länger an einem Ort bleibe oder nur ganz kurz. Meistens entscheide ich mich für länger. Langsames Reisen ist einfach besser für mich!

Ich glaube dieses Gefühl der Freiheit, das Reisen, der eigene Chef zu sein und die ganze Energie in den Blog, in die eigenen Projekte stecken zu können – das macht mich glücklich.

Keine Frage: Reisen trägt einen großen Teil dazu bei, es gehört jedoch mehr dazu. Ich denke, ich bin auf dem richtigen Weg – zumindest für mich.

Macht Reisen dich glücklich? Spielt es überhaupt eine Rolle beim Glücklichsein? Lass uns jetzt einen Kommentar hier!

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Tobi

Hi, ich bin Tobi, Freelancer im Bereich Übersetzungen und Texten, aber vor allem leidenschaftlicher Reiseblogger. Am liebsten bin ich in Südostasien unterwegs und arbeite von den verschiedensten Orten online. Wenn du wissen willst, was ich gerade mache oder wo ich bin, dann folge mir am besten auf Twitter, Instagram oder schaue bei Facebook vorbei.