Knapp 50 Kilometer südöstlich von Hamburg liegt die Hansestadt Lüneburg. Früher war die Stadt ein Teil der Hanse und auch heute lohnt sich ein Tagesausflug nach Lüneburg definitiv. Denn zwischen alten Gassen, Restaurants und Cafés gibt es viel zu entdecken.

Lüneburg: 15 Sehenswürdigkeiten und Tipps

Wir kennen die Stadt schon sehr lange und haben so einige Tipps für Lüneburg zusammengestellt. Tobi ist sogar in Lüneburg geboren und wir sind häufig vor Ort, auch weil dort Freunde von uns leben. Wenn du also etwas Zeit im Norden oder ein verlängertes Wochenende dort verbringst, lohnt sich ein Besuch in Lüneburg genauso wie z.B. in Lübeck.


Anreise nach Lüneburg

Mit dem Flugzeug kannst du nicht nach Lüneburg anreisen, wenn du aber nach Norddeutschland möchtest, dann wären die Flughäfen von Hamburg oder Hannover am dichtesten. Tickets und Infos für Flüge dorthin findest du bei Skyscanner oder Momondo.

Lüneburg kannst du aber z.B. super mit der Deutschen Bahn erreichen. Hier ist die Stadt durch den Metronom (einen Regionalexpress), den Interregio-Express oder den ICE zu erreichen. Somit gibt es eine gute Verbindung nach Hamburg, Hannover und sogar Berlin. Eine gute Übersicht der Preise und Zeiten gibt es bei Omio.

Eine weitere Alternative der Anreise nach Lüneburg ist das Auto. Die Stadt ist an die Autobahn A39 angebunden, die über das Maschener Kreuz zur A1 führt. Aber auch von der A7 mit Anschluss über die Bundesstraße B209 kommst du aus dem Süden nach Lüneburg.

Tipp: Für einen großen Parkplatz fahre zu den Sülzwiesen. Dort kannst du kostenlos parken und bist in ca. 10 Minuten zu Fuß in der Innenstadt.

Übernachtung in Lüneburg – unser Hoteltipp

Nicht weit entfernt vom Rathaus liegt das Wyndberg Hotel in einer super Location, um viele der Sehenswürdigkeiten Lüneburgs zu Fuß zu erkunden. Die Unterkunft begrüßt Gäste mit einem schönen Garten, einem Restaurant, einer Bar und toll eingerichteten Zimmern, teilweise mit eigener Terrasse. Auch einen Fahrradverleih gibt es im Hotel – denn Lüneburg lässt sich auch wunderbar mit dem Fahrrad erkunden.

Weitere Hotels in Lüneburg in verschiedenen Preissegmenten findest du hier.


1. Wasserturm und Aussicht

Der Wasserturm ist unsere erste Sehenswürdigkeit in Lüneburg, die wir dir ans Herz legen können. Erbaut zwischen 1905 und 1907, war der Wasserturm bis 1986 in Betrieb. Heute kannst du auf dem 56 Meter hohen Turm eine tolle Aussicht über die Lüneburger Altstadt genießen.

Aussicht auf die Skyline von Lüneburg vom Wasserturm

Mit einem Fahrstuhl gelangst du in den 6. Stock und kannst dann die Aussichtsplattform über wenige weitere Stufen erreichen. Teilweise werden auch Führungen angeboten, so dass du die Geschichte des Wasserturms kennenlernen kannst. Normale Tickets kosten 5 € pro Person und es ist täglich von 10.00 bis 19.00 Uhr geöffnet.

2. St. Johanniskirche

1470 wurde der Bau der St. Johanniskirche abgeschlossen und somit gilt die Kirche als älteste Kirche von Lüneburg. Die am Sande stehende Kirche zählt mit zwei weiteren Kirchen (St. Michaelis und St. Nicolai) zu den Sehenswürdigkeiten Lüneburgs. Sie sind bedeutende Bauwerke der Backsteingotik in Europa.

Die St. Johanniskirche am Sande in Lüneburg

Besucher können sich auch den Innenbereich der Kirche kostenlos anschauen, denn geöffnet ist tagsüber immer für Besichtigungen, außer zu Zeiten von Gottesdiensten. Einen Eintritt musst du nicht zahlen.

3. Am Sande

Am Sande ist ein großer Platz in der Lüneburger Altstadt. Von der einen Seite geprägt durch die St. Johanniskirche, auf der anderen vom wirklich schönen Gebäude der Industrie- und Handelskammer (erbaut 1548). Auf beiden Seiten kannst du viele der Giebelhäuser Lüneburgs sehen, die der Altstadt ihren Charme verleihen.

Industrie- und Handelskammer am Sande in Lüneburg
Blick auf die Industrie- und Handelskammer am Sande

Der Name Am Sande kommt daher, dass der Platz ursprünglich nicht befestigt war und aus Sand bestand. Auf dem 225 Meter langen Platz findest du nun einige Restaurants und Geschäfte, aber auch Jahrmärkte und andere Feste werden teilweise hier veranstaltet.

Tipp: Wenn du die Straße bei McDonald’s hineingehst, kommt auf der linken Seite das Mälzer Restaurant. Hier gibt es gute deutsche Küche und selbstgebrautes Bier. Bei gutem Wetter kannst du auch auf der Terrasse direkt vor dem IHK Gebäude sitzen.

4. Gassen im Senkungsgebiet

Das Gebiet der Lüneburger Altstadt zwischen dem Deutschen Salzmuseum (siehe Punkt 12) und dem Kalkberg (Punkt 6) wird auch als Senkungsgebiet bezeichnet. Hier stehen malerische alte Wohnhäuser mit wunderschönen Fassaden, die jedoch ein Problem haben: Unter diesem Teil der Altstadt liegt die Lüneburger Saline, wo jahrhundertelang bis kurz unter die Erdoberfläche Salz abgebaut wurde.

Gassen im Lüneburger Senkungsgebiet

Aufgrund des Abbaus des Salzes, unter dem heute als Senkungsgebiet bekannten Teil der Altstadt, sackt dieser jährlich um etwa 13 cm ab. So bekommen einige Häuser Risse oder sind sogar nicht mehr bewohnbar. Andere wiederum haben ihre Häuser mit Stahlträgern oder ähnlichem stabilisiert, um diesen Absenkungsvorgang aufzuhalten bzw. zu verlangsamen.

Wenn du die Gassen im Senkungsgebiet entlang spazierst, wird dir immer wieder auffallen, dass manche Fassaden schief sind. Auch bei der St. Michaelis Kirche (siehe nächster Punkt) ist dies der Fall. Eine Straße, bei der du es übrigens sehr gut sehen kannst, ist „auf dem Meere“.

5. St. Michaelis Kirche

Neben der St. Johanniskirche, ist die St. Michaelis Kirche eine der Hauptkirchen Lüneburgs. Sie ist eine ehemalige Klosterkirche und wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Ihr Beiname ist Bachkirche, denn Johann Sebastian Bach, der berühmte Komponist, lebte dort von 1700 bis 1702 zwei Jahre als Schüler des Michaelisklosters.

Auch diese Kirche gehört, wie bei Punkt 2 erwähnt, zu bedeutenden Werken der Backsteingotik. Sie ist ebenfalls täglich kostenlos für Besucher geöffnet, außer zu Gottesdiensten. An diesen darfst du natürlich teilnehmen, kannst die Kirche aber in dieser Zeit nicht besichtigen.

6. Kalkberg mit Aussicht

Der Kalkberg liegt nahe der Altstadt von Lüneburg und ist eigentlich ein Berg aus Gips. Ursprünglich war der Kalkberg etwa 80 Meter hoch und auch viel breiter, doch über die Jahrhunderte wurde der Gips abgebaut und als Baumaterial verwendet.

1923 wurde der Abbau am Kalkberg eingestellt und 1932 wurde dann der Berg und die Umgebung zu einem der ersten Naturschutzgebiete in Deutschland erklärt. Heute kannst du den noch knapp 56 Meter hohen Kalkberg über eine Treppe besteigen.

Oben bietet sich eine wunderschöne Aussicht über das Naturschutzgebiet und Teile der Altstadt, was ihn zu einer Sehenswürdigkeit Lüneburgs macht. Übrigens stand hier auch von Mitte des 10. bis zum 14. Jahrhundert eine Burg. Die Kanone auf dem Berg stammt jedoch aus einer neueren Zeit. Sie wurde nur abgefeuert, wenn jemand aus dem nahliegenden Gefängnis ausgebrochen ist.

7. Altes Rathaus und Marktplatz

Das alte Rathaus von Lüneburg wurde etwa 1230 erbaut und über die Jahrhunderte oft erweitert, so dass sich im Gebäude verschiedene Baustile erkennen lassen. Das wiederum macht das alte Rathaus zu einer interessanten Lüneburger Sehenswürdigkeit und zu einem der bedeutendsten Rathäuser in Norddeutschland.

Das alte Rathaus mit Marktplatz in Lüneburg

Die vordere Fassade, die du vom Marktplatz sehen kannst, ist im Barock-Stil erbaut. Andere Teile aber im Renaissance- oder Gotik-Stil. Auch heute wird es noch aktiv genutzt und ist Sitz der Verwaltung von Lüneburg. Du kannst das Rathaus bei täglichen Führungen für einen Preis von 5 € besichtigen. Hier kannst du Termine buchen.

Auf dem Marktplatz vor dem alten Rathaus kannst du am Mittwoch und Samstagmorgen auch den Wochenmarkt von Lüneburg finden. Dort gibt es allerlei regionale Produkte zu kaufen und falls du an diesen Tagen vor Ort bist, lohnt sich der Besuch in Kombination mit dem alten Rathaus.

8. Das schwangere Haus

Direkt links neben dem Rathaus (von vorne gesehen) befindet sich das schwangere Haus in der Waagestraße. Warum das schwangere Haus so genannt wird, ist dir bestimmt beim ersten Anblick klar. Aber wieso wölbt sich die Mauer nach außen?

Als das Haus erbaut wurde, nahmen die Bauarbeiter Gips und Anhydrit als Ersatz für Mörtel. Diese Kombination reagiert aber auf Feuchtigkeit und somit beginnt ein chemischer Prozess, der die Mauer nach Außen wölbt, weil sie an Volumen zunimmt.

Das schwangere Haus in der Nähe des Lüneburger Rathauses

Das schwangere Haus ist definitiv eine von den kuriosen Sehenswürdigkeiten in Lüneburg. Wenn du die Innenstadt besuchst, dann kannst du hier für einen kleinen Fotostopp anhalten.

9. Bäckerstraße

Die Bäckerstraße ist die Einkaufsstraße von Lüneburg und führt in einer Fußgängerzone vom Marktplatz am Rathaus bis zum Platz Am Sande. Dort findest du viele Geschäfte zum Shoppen, aber auch viele kleine Boutiquen, Restaurants, Cafés und Bars in den Nebengassen.

Die Einkaufsstraße von Lüneburg, Niedersachsen

Direkt in der hübschen Altstadt gelegen, kannst du dir also nicht nur die Sehenswürdigkeiten von Lüneburg anschauen, sondern auch einkaufen, wenn dir danach ist. Bei einem Streifzug durch Lüneburg wirst du mit Sicherheit das eine oder andere Mal hier entlang kommen.

10. Alte Ratsapotheke

Ebenfalls direkt in der Bäckerstraße, liegt die alte Ratsapotheke (auch nach alter Schreibweise Raths-Apotheke geschrieben). Das Gebäude wurde schon 1598 erbaut bzw. vom ursprünglichen Gebäude umgebaut und steht heutzutage unter Denkmalschutz.

Die alte Raths-Apotheke in der Bäckerstrasse in Lüneburg

Über die Jahre wurde das Gebäude der alten Ratsapotheke oft restauriert und erhielt auch 1988/1989 wieder seine ursprüngliche Bemalung. Heutzutage ist die Apotheke immer noch geöffnet und sticht mit ihrem Eingangsportal definitiv bei einem Besuch in der Bäckerstraße heraus.

11. Stintmarkt und alter Kran

Der Stintmarkt liegt im Wasserviertel von Lüneburg und hat seinen Namen daher bekommen, dass hier in früheren Zeiten der Fisch Stint gehandelt wurde. Heute ist der Stint, wie der Stintmarkt umgangssprachlich nur bezeichnet wird, ein Ausgehviertel in Lüneburg.

Ausblick auf den Lüneburger Stintmarkt
Ausblick auf den Stintmarkt

In den meist gut erhalten Giebelhäusern befinden sich viele Kneipen und Restaurants, die besonders in den Sommermonaten viele Gäste anziehen. Dann kannst du am Wasser sitzen und dein Getränk oder Essen in der Sonne genießen. Aber auch am Abend ist hier viel los – besonders das Irish Pub ist beliebt und fast jedes Wochenende wird dort Live-Musik gespielt. Ein guter Tipp, wenn du Guinness und gute Musik liebst!

Der alte Kran am Stint von Lüneburg
Aussicht auf den alten Kran

Eine weitere Sehenswürdigkeit Lüneburgs und ein Wahrzeichen der Stadt ist der alte Kran. Er wurde 1797 erbaut und viele Jahre zum Verschiffen des Salzes genutzt, denn sein Standort ist der ehemalige Ilmenau-Hafen. Heutzutage hat er zwar keine Funktion mehr, ist aber trotzdem ein schönes Fotomotiv.

12. Deutsches Salzmuseum

Das Deutsche Salzmuseum ist eine weitere Sehenswürdigkeit in Lüneburg. Hier kannst du viel über die Geschichte der Stadt erfahren, die eng mit dem Salzhandel zusammenhängt. Bis 1980 stand an dem Ort des Deutschen Salzmuseums die Lüneburger Saline, eine Anlage zur Salzgewinnung.

Das Deutsche Salzmuseum in Lüneburg

Die Vergangenheit des Salzes in Lüneburg kannst du in verschiedenen Ausstellungen zum Mittelalter, des 19. oder 20. Jahrhunderts erkunden und herausfinden, wie Lüneburg durch das Salz reich und mächtig wurde. Geöffnet ist von 10.00 bis 17.00 Uhr Dienstag bis Sonntag. Der Eintritt beträgt 8,00 € für Erwachsene oder 9,50 € inklusive Führung. Weitere Infos findest du auf der Webseite des Deutschen Salzmuseums.

13. Kurpark

Der Kurpark ist ein nach Vorbild englischer Gärten angelegter Park, der seit 1907 existiert. Die 23 Hektar große Fläche bietet einiges für Besucher. Große Rasenflächen, Sitzbänke, Cafés, ein Wassertretbecken und das Gradierwerk.

Das unter Denkmalschutz stehende Gradierwerk ist besonders interessant. Aus der 5 Meter hohen Mauer, die mit Ästen versehen ist, strömt kühle Sole. Das salzhaltige Wasser wird durch die Schwarzdorn-Reisig Pflanze in der Luft versprüht. Als Kureinrichtung angelegt und 1927 erweitert, ist dies besonders bei Atemwegs-Probleme super und du kannst dich auf die Bänke davor setzen und die frische, gesunde Luft einatmen.

14. Brömsehaus

Wenn du vom Platz Am Sande in Richtung Stintmarkt unterwegs bist, kannst du auch einen kurzen Blick in die Brömsehaus werfen. Es wurde zwischen 1406 und 1426 erbaut. Sein heutiges Aussehen erlangte es 1637.

Das Brömsehaus in Lüneburg
Rechts ist das Brömsehaus

Das Brömsehaus gehört zu den ältesten Bürgerhäusern Lüneburgs und steht heutzutage unter Denkmalschutz. Es ist Eigentum der Deutschbaltischen Kulturstiftung. Genutzt wird es unter anderem für Veranstaltungen, Seminare oder Vorträge. Manchmal finden auch Führungen statt, mehr Infos gibt es hier.

15. Spaziergang an der Ilmenau

Die Ilmenau ist ein Fluss in der Lüneburger Heide und zieht sich auch durch die Stadt Lüneburg. Teile davon gehören zum Naturschutzgebiet Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten. Daher bietet sich die Ilmenau super an, wenn du etwas aus der Stadt rauskommen möchtest und gerne die Natur genießt.

Hier kannst du entlang der Ilmenau spazieren gehen und im Sommer auch im Fluss schwimmen, Kajak fahren oder am Rand picknicken. Wenn du gegenüber des Zentralgebäudes der Leuphana Universität (siehe nächster Punkt) in Richtung Ilmenau gehst, findest du dort viele ruhige Flecken, die gerade im Sommer auch viele Studenten anziehen.

Futuristischer Tipp: Zentralgebäude der Universität

Seit 2017 steht das Zentralgebäude der Leuphana Universität in Lüneburg. Entworfen vom Architekten Daniel Libeskind, der auch z.B. das Imperial War Museum North in Manchester oder Zlota 44 Hochhaus in Warschau designt hat, zieht das moderne und futuristische Gebäude die Blicke auf sich.

Das futuristische Gebäude der Leuphana Universität in Lüneburg

Im Inneren gibt es ein riesigen Auditorium für 1200 Personen, eine Cafeteria, Seminarräume und auch ein Forschungszentrum. Das Zentralgebäude der Universität liegt jedoch nicht in der Innenstadt, sondern an der Universitätsallee/Uelzener Straße, die in Richtung Bundesstraße 4 führen.

Wintertipp: Weihnachtsmarkt

Jedes Jahr von Ende November bis kurz vor Weihnachten finden die beliebten Lüneburger Weihnachtsmärkte statt. Dabei stechen drei Weihnachtsmärkte hervor, die sich am Rathaus, am alten Kran des Stintmarktes und an der St. Johanniskirche befinden. Bei einem Besuch Lüneburgs zur Weihnachtszeit kannst du also alle drei erkunden, da diese nicht weit auseinanderliegen. Der größte dieser Weihnachtsmärkte ist der am Rathaus.

Weihnachtsmarkt in Lüneburg an der St. Johanniskirche
Weihnachtsmarkt an der St. Johanniskirche

Von leckerem Glühwein bis hin zu verschiedensten Speisen und Karussells für die Kinder, sind die Lüneburger Weihnachtsmärkte ein beliebtes Ziel. Alle sind täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Mehr Infos zu den Weihnachtsmärkten in Lüneburg gibt es hier.

Hast du schon einmal Lüneburg besucht? Hast du noch Tipps zu Lüneburg oder weitere Anregungen? Wir freuen uns auf dein Feedback in den Kommentaren.