Wenn du nur eine einzige Stadt in China besuchen kannst, dann solltest du Peking wählen. Zugegeben: Die chinesische Hauptstadt hat nicht den besten Ruf. Regelmäßig leidet sie unter heftigem Smog und auch die täglichen Verkehrsstaus sind frustrierend.

Doch auf der anderen Seite gibt es in Peking eine schier unendliche Menge an Sehenswürdigkeiten: Historische Gebäude, charmante Nebenstraßen und moderne Architektur findest du oft nur wenige Schritte voneinander entfernt.

Ich habe sechs Jahre lang in Peking gelebt und gearbeitet – und die Zeit sehr genossen. Es lohnt sich, etwas länger zu bleiben und zu versuchen, den Geist der Stadt einzufangen.

Hier meine zehn persönlichen Tipps für einen guten Mix aus Sightseeing und Erlebnissen. Auf der Liste findest du sowohl die klassischen Must-Sees, wie auch einige Geheimtipps. Wenn du mehr über China erfahren willst, schaust du am besten auf meinem China-Blog vorbei oder wirfst einen Blick auf diesen Stadtrundgang durch Peking für 10 Euro.


Übernachtung in Peking – unser Hoteltipp

Auch in Peking gilt, dass eine gute Lage das A und O für eine stressfreie Stadterkundung ist. Zu bevorzugen ist immer eine zentrale Lage in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere der U-Bahn. Eines dieser Hotels ist das pentahotel Beijing, dessen Umgebung sowohl Restaurants als auch Einkaufszentren bietet. Die Zimmer sind sauber, modern eingerichtet und bieten alles, was du für einen angenehmen Aufenthalt benötigst. Weitere Hotels in Peking findest du hier.

Peking: Touren und Tickets


1. Besuche die klassischen Sehenswürdigkeiten

Es sind fast immer die gleichen Bilder, die aus Peking zu uns in den Westen finden. Am bekanntesten ist das Mao-Gemälde am Platz des Himmlischen Friedens. Gerade dahinter befindet sich die Verbotene Stadt, der frühere Kaiserpalast. Auch wenn du sonst eher auf Geheimtipps stehst, lohnt sich der Besuch alleine wegen der großen historischen Bedeutung.

Ein anderes Bild, das wir immer wieder aus Peking sehen, ist ein runder Turm, an dem ein blaues Bild hängt. Das ist der Himmelstempel. Insbesondere die weitläufige Parkanlage, in welcher der Tempel steht, ist sehenswert. Am besten kommst du früh morgens, um den Stadtbewohnern bei ihren morgendlichen Taichi-Übungen zuzusehen.

Der Himmelstempel in Peking, China
Himmelstempel

Vielleicht hast du auch schon einmal ein zweistöckiges Marmorschiff gesehen, das in einem See steht? Dabei handelt es sich um eine bekannte Sehenswürdigkeit im Sommerpalast, der früheren Sommerresidenz der Kaiser. Sehenswert ist hier jedoch weniger der Palast selber als vielmehr die grandiose Parkanlage drum herum.

2. Spaziere durch die Hutongs

Einer der schönsten Teile Pekings, finde ich, ist die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen (Hutongs). Hier kannst du noch das echte Leben der alteingesessenen Bewohner der Hauptstadt beobachten.

Hutong in Peking, China

Sehr schön (aber auch sehr touristisch) ist die Gegend zwischen dem Lama-Tempel, dem Trommel- und Glockenturm (Gulou) und dem Houhai-See. Etwas authentischer geht es in der Gegend um Xuanwumen zu. Leider wurden große Teile der historischen Altstadt in den letzten Jahren abgerissen und die Zerstörung geht in langsamerem Tempo noch immer weiter.

Unbedingt meiden solltest du die Qianmen Straße gerade südlich vom Platz des Himmlischen Friedens: Sie sieht zwar historisch aus, ist aber in Wahrheit eine Fantasiekonstruktion für die Olympischen Spiele. Genauso die dortige Straßenbahn im alten Stil.

Die Qianmen Straße in Peking, China
Qianmen Straße

3. Genieße ein Rockkonzert

Peking ist der Schmelztiegel der Untergrundmusik. So erstaunt es nicht, dass es in der ganzen Stadt zahlreiche unabhängige Konzerthallen gibt. Die Qualität der Bands ist unterschiedlich und reicht von professionellen Arrangements bis hin zu kaum erträglichem Geschramme. Insbesondere Freunde der Punk-Musik kommen auf ihre Kosten.

Die beiden bekanntesten Konzert-Veranstalter sind das Mao Livehouse und das Yigong Yushan, beide im Stadtzentrum. Im Studentenviertel Wudaokou gibt es ebenfalls einige weniger bekannte Auftrittsorte. Beachte: In diesen Lokalen werden nicht die typischen chinesischen Weichspülsongs aufgetischt, die du sonst in den chinesischen Bars überall hörst.

4. Stöbere in den Galerien

Dass die zeitgenössische Kunst aus China seit Jahren Rekordpreise einfährt, das hast du vielleicht schon mitbekommen. Doch auch unter den weniger bekannten Malern, Bildhauern und Fotografen gibt es großartige Künstler.

Eines der bekanntesten Zentren ist die Kunstfabrik 798. In der geheimen Fabrik waren vor vielen Jahren mit der Hilfe der DDR Waffen herstellt worden, heißt es. Heute haben sich in den früheren Fertigungshallen jede Menge Galerien mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten angesiedelt. Eine zeigt beispielsweise ausschließlich sozialistische Kunst aus Nordkorea.

5. Shoppe, was das Zeug hält

Mit Ausnahme von Marken- und Luxusgütern sind in China die meisten Waren günstiger, als bei uns in Europa. Nutz das aus und gehe so richtig krass shoppen! Ein guter Anfangsort ist die Silk Street (Metrostation Yonganli), wo es jede Menge billige Kleider und Souvenirs gibt.

Denk aber daran, dass dort die zuerst genannten Preise immer überrissen sind und du jeden Gegenstand auf mindestens die Hälfte runterhandeln solltest. Pass bei Markenfälschungen auf. Weniger wegen des geringen Risikos, dass du Probleme am Zoll bekommst, sondern vielmehr deswegen, weil die Qualität meist unterirdisch schlecht ist.

Wenn du günstige Elektronikartikel suchst, bietet sich der Stadtteil Zhongguancun an, wo gleich mehrere Malls nebeneinander stehen. Tolle Souvenirs findest du außerdem im oben genannten Künstlerviertel 798 oder dem Flohmarkt von Panjiayuan.

6. Wandere auf der Großen Mauer

Die Große Mauer ist zweifellos die bekannteste Sehenswürdigkeit in China. Sie liegt nur wenige Kilometer nördlich von Peking in den Bergen. Du solltest die Chinesische Mauer auf alle Fälle besuchen und unter Umständen sogar auf ihr übernachten.

Welcher Mauerabschnitt der Beste ist, wird häufig kontrovers diskutiert. Ich habe im Verlauf der Jahre fast jeden restaurierten Abschnitt besucht und finde, dass die Unterschiede nicht wahnsinnig groß sind.

Wenn dir nach einem Sorglospaket ist, bietet fast jedes Hostel eine geführte Tour an. Doch die meisten Abschnitte kannst du problemlos auf eigene Faust erreichen. Am einfachsten ist die Anreise nach Badaling. Dazu fährst von der Metrostation Xizhimen mit dem Schnellzug direkt zur Mauer. Vermeide Wochenenden.

Die Große Mauer in Badaling, China
Die Große Mauer in Badaling

7. Genieße die Aussicht auf die Stadt

Wenn Peking nicht gerade in Smog gehüllt ist, solltest du dir die Stadt von oben ansehen. Mein Favorit ist der Fernsehturm im Westen der Stadt, weil du von dort einen tollen Ausblick auf die Skyline des modernen Pekings hast.

Eine Alternative ist der Turm 3 vom World Trade Center in Guomao, dem höchsten Gebäude Pekings. Im obersten Stock gibt es eine stylische Skylounge, wo du gemütlich deinen etwas überteuerten Drink sippen kannst. Achtung: teilweise lange Wartezeiten.

Der Kohlehügel (Jingshan) befindet sich unmittelbar hinter der Verbotenen Stadt und bietet eine grandiose Aussicht auf dieselbe. Einen etwas anderen Überblick über Peking kannst du dir im Stadtplanungsmuseum verschaffen: Dort findest du ein riesiges 3D-Modell der Innenstadt und erfährst, wie sich Peking in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Ausblick vom Kohlehügel auf Peking
Ausblick vom Kohlehügel auf Peking
Das Stadtplanungsmuseum in Peking, China
Stadtplanungsmuseum

8. Schwimme im Olympiabecken

Die Olympische Stadt ist unbedingt einen Besuch wert – schließlich sind das Vogelnest und der Wasserwürfel zu wichtigen Ikonen des chinesischen Aufstiegs geworden. Wenn es dir nicht reicht zwischen den Sportstätten zu schlendern, kannst du viele auch besuchen. Besonders empfehlenswert ist der Wasserwürfel.

Der Wasserwürfel in der Olympischen Stadt von Peking
Der Wasserwürfel in der Olympischen Stadt

Er ist schon kurz nach den Olympischen Spielen in ein öffentliches Schwimmbad mit Spaßfaktor verwandelt worden. Wenn du also Lust hast auf den Spuren von Michael Phelps zu planschen, dann ist das deine ultimative Chance. Kläre zur Sicherheit vorher die Öffnungszeiten ab.

9. Erkunde die chinesische Küche

Die chinesische Küche gehört zu den vielseitigsten der Welt. Hier in der Hauptstadt solltest du unbedingt die traditionelle Peking-Ente versuchen. Am bekanntesten (und angeblich am authentischsten) ist die Restaurantkette Quanqude. Meiner Meinung nach sind aber die gewöhnlichen Restaurants nicht schlechter.

Ein weiteres Highlight, das du nicht vergessen sollst, ist der Huoguo. Dieser chinesische Feuertopf ist das Vorbild unseres Fondue-Chinoise. Mein Tipp: Besuche eine Filiale der Kette Haidilao und experimentiere mit den unterschiedlichen Saucen.

Ich bin ein großer Fan vom chinesischen Straßenessen. Um die touristische Food Street an der Wangfujing-Straße mit ihren Skorpion-Spießchen machst du besser einen Bogen: Dort essen nur Touristen. In den Hutongs und vor allem auch an den Endstationen der U-Bahn-Linien gibt es jede Menge Straßenverkäufer, die leckere Gerichte zubereiten. Mein Favorit: Stinktofu. Lass dich vom Duft nicht abschrecken.

Streetfood in Peking

10. Reite hinter den Bergen

Die Hauptstädter reisen am Wochenende gerne aufs umliegende Land. Sehr beliebt ist Yanqing. Dort kannst du bei Bauernfamilien übernachten und dir ein Pferd ausleihen, mit dem du durch die Gegend reiten kannst.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist auch das kleine Dörfchen Cuandixia, das sich weit im Westen von Peking in ein enges Tal schmiegt. Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist das historische Dorf selber, aber Einheimische führen dich gerne auf dem Rücken eines Pferdes in die Höhe, wo du eine bessere Aussicht hast.

Das Dorf Cuandixia in der Nähe von Peking, China
Cuanxiadi

Gastautor Oliver Zwahlen
Oliver

Über den Autor

Oliver ist freier Journalist und Blogger aus der Schweiz. Er lebte sechs Jahre lang in China und berichtet auf Sinograph über seine Zeit im Reich der Mitte.

Das könnte dir auch gefallen

Gast

Dies ist ein Gastartikel. Falls du Fragen oder Anregungen zum Thema hast, schreibe sie einfach in die Kommentare oder kontaktiere den Gastautor direkt auf seinem Blog.