Sotschi, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, aber wenn man nicht gerade eine Reportage oder Ähnliches gesehen hat, weiß fast niemand was es dort sonst so gibt. Ich auch nicht, zumindest war das mal so, bevor ich im August 2011 mit meiner Familie während einer Kreuzfahrt durch das Schwarze Meer einen Tag vor Ort war. Sotschi war mir relativ unbekannt, den Namen hatte ich schon mal gehört im Zusammenhang mit Olympia, aber ansonsten völliges Neuland. Aber ich mag sowas! Orte an denen noch keiner war, den ich kenne, Orte die man als „Erster“ entdecken kann.

Entdecken (da kommt mein Stichwort) konnte man das Ganze nicht gerade nennen, da Russland für Deutsche der Visumpflicht unterliegt und natürlich keiner eins hatte. Bis jetzt war das nie ein Problem und man konnte vor Ort immer einen Tag von Bord, nur die russischen Behörden machten uns jetzt einen Strich durch die Rechnung. Also hieß es auf dem Schiff bleiben oder eine geführte Tour durch Sotschi mitmachen, auf eigene Faust ging leider gar nicht! Dann wohl eine Tour, bevor ich gar nichts sehe. 😉

Der Hafen von Sotschi, Russland
Mein erster Blick auf Sotschi!

Palmen und tropische Hitze, so hätte ich mir Sotschi nie und nimmer vorgestellt! Ich habe so eine Hitze einfach nie mit Russland in Verbindung gebracht, denn hier war es gefühlt +50 Grad und heißer als alles, was ich während meiner 6-monatigen Südostasien- und Ozeanienreise erlebt habe. Kaum den ersten Fuß vom klimatisierten Schiff an Land gemacht, war auch schon das ganze T-Shirt nass und der Schweiß lief einem nur so das Gesicht herunter. Lecker! Kurz einen Stempel für den Reisepass abholen und ab ging’s in den Bus, dessen Klimaanlage auch nicht richtig funktionierte. Jackpot würde ich sagen. 😉

Der Eingang nach Sotschi

Am Hafen von Sotschi

Erstmal ging es in die Stadt, wobei ich nicht genau weiß wohin dort, da Sotschi sich eigentlich über 100 Kilometer Küstenabschnitt erstreckt. Hier ging es bei einem schönen Spaziergang vorbei an ein paar Wohnhäusern und durch einen Park mit Blick aufs Meer. Wie gerne wäre ich dort reingesprungen, nur ansehen tat schon ein bisschen weh…

Wohngebäude in Sotschi

Palmengesäumte Straße in Sotschi

Ausblick auf das Schwarze Meer

Im Stadtpark von Sotschi

Stalins Villa

Die ehemalige Datscha (auch Villa genannt) von Stalin war unser zweiter Halt. In Sotschi verbrachte der Herr einige Monate im Jahr. Heutzutage ist seine Villa ein Museum und macht auf mich den Eindruck, man wäre ein wenig in der Zeit zurückgereist. Die meisten Touristen hier kommen zwar immer noch aus Russland, aber ich denke auch aufgrund der Olympischen Winterspiele wird sich das in naher Zukunft ändern. Sehr interessant auf jeden Fall. Nur ein bisschen zu heiß, da es nirgendwo eine klimatisierte Abkühlung gibt und zu lang, ich muss ja nicht jeden Raum gesehen haben. Eines ist mir danach jedoch schleierhaft: ich habe keine Ahnung wie er damals die Sommermonate in Sotschi bei der Hitze überlebt hat. 😉

Stalins Villa in Sotschi

Stalins Villa

Wachsfigur von Stalin am Schreibtisch in seiner Villa, Sotschi

Balkon von Stalins Villa

Russisches Plakat, welches an Stalin erinnert

Ein Teil der Villa von Stalin

Palmen im Garten der Stalin-Villa in Sotschi

Mazesta

Dritte und letzte Station war Sotschis Stadtteil „Mazesta“, welcher einer der bekanntesten Kurorte Russlands ist. Hier gibt es Schwefelquellen, die heilende Wirkung haben sollen und viel Grün, um ein paar schöne Spaziergänge zu unternehmen. Der Gestank von dem ganzen Schwefel verursachte bei mir jedoch ein paar Kopfschmerzen und ob das Wasser dort wirklich Krankheiten heilen kann, wage ich doch zu bezweifeln.

Der Eingang zu den Heilquellen Mazesta in Sotschi

Mazesta-Wasser mit starkem Schwefelgeruch

Die Mazesta Kureinrichtung

Damit fand der heiße und verschwitze Tag in Sotschi sein Ende und es ging zurück zum Schiff. Endlich wieder Klimaanlage – eigentlich bin ich kein Fan davon, aber hier habe ich endlich wieder verstanden, warum es die Dinger geben muss. 😀

Ausblick auf Sotschi

Ausblick auf die Strandpromenade von Sotschi

Sotschi am Schwarzen Meer

Fazit: Auch wenn es mir ein wenig zu langweilig war, war es trotzdem eine Erfahrung wert. Ich habe zwar schon langweiligere Städte als Sotschi gesehen, aber auch welche die um Längen interessanter waren. Definitiv bleibt Sotschi aber als der heißeste Tag meines bisherigen Lebens in Erinnerung – und das ausgerechnet in Russland!!! 😉 Sollte ich eines Tages wieder einmal nach Russland reisen, dann wohl eher nach Moskau oder St. Petersburg. Stelle ich mir schöner vor!