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Von Expats wird oft erzählt, dass es auf den Philippinen nur zwei Jahreszeiten gibt: heiß und heißer. Der Sommer scheint ein fester Bestandteil zu sein und die Menschen sind immer in der Stimmung für etwas „Vitamin Sea“. Kein Wunder, die Philippinen haben einfach traumhafte Strände. Mit über siebentausend Inseln werden Abenteuersuchende immer ein Paradies finden.

Banaue und Co. – die majestätischen Reisterrassen in der nördlichen Region der Philippinen

Doch die nördliche Region der Philippinen ist eines der vielen unterschätzten Wunder im Land. Während der Norden ebenso atemberaubend und kulturell bedeutsam ist, wie viele Urlaubsorte im Land (beispielsweise Boracay), kommen vergleichsweise nicht viele Besucher dorthin. Eine mindestens achtstündige Busfahrt (über Nacht) ist das üblichste Transportmittel. Touristen werden wachgerüttelt, wenn der Bus seine Reise an unscheinbaren Stationen kurzerhand beendet und sie sich plötzlich in der Warteschlange befinden, um die erforderlichen Umweltgebühren zu zahlen.

Die berühmten Banaue Reisterrassen auf den Philippinen
Die berühmten Banaue Reisterrassen

Die philippinischen Cordilleras

In den Cordilleras befinden sich fünf Reisterrassen, die jedoch unter einem einzigen Cluster des UNESCO-Weltkulturerbes aufgeführt sind: den Reisterrassen der philippinischen Cordilleras. Die achtstündige Reise (oder manchmal 13) verblasst im Vergleich zur Majestät der Berge – die indigene Architektur wird dich auch beeindrucken.

Es ist auch eine der kulturell vielfältigsten Regionen des Landes, in der viele ihrer indigenen Traditionen beibehalten und bewahrt werden. In der Region gibt es neun große ethnolinguistische Gruppen mit deutlichen Unterschieden, darunter die Provinzen Abra, Apayao, Benguet, Ifugao, Kalinga und die Bergprovinz, aus denen sich die sogenannte Cordillera-Verwaltungsregion zusammensetzt. Ja, und zu dieser Bergkette gehören einige Gebiete aus den östlichen Abschnitten von Ilocos Norte, Ilocos Sur, La Union sowie dem nordöstlichen Pangasinan und den westlichen Gebieten von Nueva Vizcaya und Cagayan.

Die fünf majestätischen Reisterrassen sind Banaue und Bangaan, Nagacadan in Kiangan, Batad, Hapao in Hungduan und Mayoyao, das teilweise in Isabela ist. Banaue und Bangaan liegen nah beieinander, so dass eine Tour nach Banaue einen Zwischenstopp in Bangaan beinhalten könnte.

Nagacadan Reisterrassen gesehen von Imbuliklik Rock, Kiangan (Philippinen)
Die Nagacadan Reisterrassen vom Imbuliklik Rock, Kiangan aus gesehen

Die Banaue-Reisterrassen werden oft als das achte Weltwunder bezeichnet und ihre Beliebtheit hat zu einem Missverständnis geführt, dass es das einzige Reisterrassen-System ist, das in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Nicht ganz.

Die Amphitheater-Architektur von Batad ist immer ein Hit unter Touristen, die eine Wanderung suchen, und die versteckten Tappiya-Wasserfälle unterstreichen ihren Charme. Bring auf jeden Fall Wasser mit! Stelle sicher, dass du fit bist und deine Beine stark sind. Die Wanderung nach Tappiya ist definitiv kein Spaziergang in einem Park. Es gibt einen Weg, aber das sind manchmal eher riesige Felsklumpen. Zurück im Gasthaus oder Hotel, wirst du unbeschreiblich erschöpft sein und vielleicht sogar eine Massage brauchen (es gibt einige, keine Sorge).

Asipulo Reisterrassen, Kiangan (Philippinen)
Asipulo Reisterrassen, Kiangan

Kiangan ist ein historisches Viertel im Norden, eine kurze 20-minütige Tricycle-Fahrt von Lagawe entfernt. Hier ergab sich General Tomoyuki Yamashita 1945 und die amerikanische Architektur aus der Zeit der Kolonialisierung der Philippinen ist noch immer sichtbar.

Vom Stadtzentrum und durch eine kurvenreiche, zementierte Straße führen die Nagacadan Reisterrassen. Wie seine Schwestern in anderen Gebieten, beherbergt Kiangan auch kleinere Reisterrassen-Systeme wie Asipulo (ziemlich abgelegen und weit vom Stadtzentrum entfernt) und die Ba-e-Reisterrassen (wo die Sonnenaufgänge am besten zu sehen sind). In Kiangan gibt es eine Wäscherei, einen Schlafsaal, mehrere Gastfamilien, ein eigenes KFC (Kiangan Food Center), eine Kirche, einige städtische Supermärkte (die sehr früh schließen) und einen Stadthistoriker.

Hapao Reisterrassen, Hungduan
Hapao Reisterrassen, Hungduan

Das Hapao Reisterrassen-System in Hungduan ist wahrscheinlich eine der am meisten unterschätzten Terrassen in den Cordilleras. Es stimmt, es gibt nicht viel zu tun in der Gegend, außer der heißen Quelle, die neben einem tobenden, eiskalten Fluss liegt. Wo Batad die eiskalte Tappiya und Kiangan die geheimen Julongan-Wasserfälle hat, hat Hungduan die einzigartige heiße Quelle. Besucher müssen die riesigen Reisterrassen von Hapao durchqueren, um zur heißen Quelle zu gelangen. Du kannst dich entweder für den normalen Weg entscheiden, der dir schon einen großartigen Blick auf die Terrassen bietet, oder du wählst die weniger befahrene Straße und wirst sogar mit der besten Aussicht belohnt.

Tipps für Reisen in den Norden

1. Plane sorgfältig

Während einige der besten Strände der Philippinen ziemlich abgelegen sind und es Hotels gibt, wo du dein Gepäck sicher verstauen kannst, ist das Reisen in den Norden eine ziemliche Herausforderung. Es gibt nicht viele Hotels wie auf Boracay, Cebu oder Palawan, aber es gibt Gasthäuser und Homestays in traditionellen Häusern und die Menschen in den Cordilleras gehören zu den freundlichsten Gastgebern der Philippinen. Sie können dir die Landschaft ein wenig erklären, helfen gute Gasthäuser zu finden und auch bei den Fahrplänen der öffentlichen Verkehrsmittel.

2. Anreise

Wenn du in den Norden reist, um diesen Punkt von deiner Bucket Liste zu streichen, kannst du nicht einfach spontan in einen Bus nach Lagawe oder nach Banaue steigen. Tickets müssen im Voraus beschafft werden, manchmal schon einen Monat vorher, insbesondere in der Hochsaison. Diese besonderen Feiertage sind normalerweise Weihnachten bis Neujahr, die Karwoche und der Tag der Toten (offiziell Allerheiligen und Allerseelen).

3. Was einpacken

Besorge dir einen guten Rucksack – Trolleys oder Reisekoffer funktionieren wahrscheinlich in einigen Gebieten im Norden, aber nicht in der gesamten Region. Du erklimmst Terrassen und überquerst Berge über winzige Gehwege. In dieser Situation ist es besser, deine Sachen auf den Rücken zu tragen. Kaufe ein festes Paar Wanderschuhe und ergänze diese mit einer guten Wanderausrüstung sowie einem guten Outfit. Das Gehen über Reisfelder in kurzen Hosen mag ein wenig erfrischender sein, aber du wirst womöglich kleine Kratzer an den Beinen haben, die beim Duschen weh tun. Reis-Stiele können ziemlich scharf sein. Bargeld ist unverzichtbar, es gibt nur eine Handvoll Geldautomaten in der Gegend und diese befinden sich normalerweise in den größten Städten wie Lagawe.

4. Öffentliche Verkehrsmittel

Die öffentlichen Verkehrsmittel in Cordillera liegen häufig im Zeitplan. In den frühen Morgenstunden selten, nachts sind sie nicht vorhanden. Es sei denn, du mietest einen Jeepney und einen Fahrer zu einem speziellen Touristenpreis. Es gibt keinen Direktflug, so dass du mit dem Bus (oder Shuttle) reisen musst. Um zu den anderen Reisterrassen zu gelangen, sind möglicherweise längere Aufenthalte und etwas Planung erforderlich. Jeepneys und Shuttle-Vans sind normalerweise von morgens bis 14.00 Uhr nachmittags in Betrieb. Baguio City, die nächstgelegene Stadt und Sommerhauptstadt der Philippinen, ist mit einem Van gut fünf Stunden von Banaue entfernt.

5. Sicherheit

Die philippinischen Cordillera sind eine relativ sichere Region, aber in fast allen Gebieten ist ein Führer erforderlich. Es ist nicht ratsam, alleine durch die Reisterrassen zu streifen, da es Fälle gab, in denen ahnungslose Touristen die Tradition gebrochen hatten und für Schäden aufkommen mussten. Respektiere die Kultur und du wirst belohnt. Denke immer daran, dass sich die Reisterrassen in den Bergen befinden und diese immer in die Wildnis führen. Du möchtest dich schließlich nicht im Wald verlaufen. Sichere dein Gepäck, indem du das Geld überall hin mitnimmst und lasse die unwichtigen Dinge liegen. Stelle sicher, dass das Gasthaus, in dem du dich befindest, seriös ist. Frage die Tourismus-Auskunft nach den besten Optionen.

6. Die Menschen im Norden sind zeitbewusst

Das Reisen im Norden der Philippinen birgt immer mehrere Gefahren, insbesondere während der Monsunzeit. Vermeide Reisen während der Regenzeit, da Erdrutsche häufig vorkommen (der Nebel auf der Straße ist aber ein schöner Anblick). In Manila verschlechtert sich der Verkehr und die Menschen neigen zur Verspätung, aber im Norden ist die Zeit immer von entscheidender Bedeutung. Wenn sie dir sagen, dass der Bus um 8.00 Uhr abfährt, fährt er um 8.00 Uhr ab und du musst über Nacht bleiben, wenn du die Rückfahrt nach Manila verpasst – schließlich werden Tickets immer im Voraus beschafft.

Hast du jemals die Reisterrassen der Philippinen besucht? Was ist dein persönlicher Favorit? Hinterlasse uns einen Kommentar unten.


Dies ist ein Gastbeitrag von Tony Anderson von Unbelievable Trip.

Fotos: Foto 1 (Banaue): jojo nicdao/Flickr (CC BY 2.0) – Foto 2, 3, 4: ©Alexis Laura Feliciano